Gesehen, gelesen, gehört 2016 – Teil 3


gesehen:

Mockingjay 2 – der recht enttäuschende Abschluss der Tribute von Panem. Zäh und zu lang ist es der schlechteste aller vier Teile.

Die 2. Staffel von Fargo neigt sich langsam dem Ende zu. Außerdem ist gerade Dschungelcamp-Zeit, also die zwei Wochen, in denen ich mein komplettes Jahreszeitbudget für Privatfernsehen verbrauche.

gelesen:

Flix: Schöne Töchter (Carlsen)

Flix‘ Comicstrips aus dem Tagesspiegel plus ein paar unveröffentlichte Seiten  in einem großformatigen Band.

Flix: Don Quijote (Carlsen)

In seiner Cervantes-Adaption verlegt Flix den Stoff nach Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ins Heute. Dabei bleibt er dem Original treu und schafft eine traurig-komische Gesichte mit liebenswerten Charakteren.

Mawil: The Singles Collections (Reprodukt)

Auch dieser Band versammelt Zeichnungen, die im Tagesspiegel erschienen sind. Dazu einige, die bisher unveröffentlicht waren, so lehnte der Tagesspiegel eine Geschiht aufgrund von sehr subtiler Schleichwerbung ab. Die ist aber trotzdem sehr lustig. Außerdem berichtet Mawil von einer gemeinsamen Reise mit Jochen Schmidt, die beide durch Ostdeutschland führte.

Jochen Schmidt: Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland (Piper)

Unter anderem erzählt Jochen Schmidt von einer Reise, die er gemeinsam mit Mawil unternommen hat. Schmidt begibt sich auf die Suche nach dem, was von der DDR architektonisch und in Alltagsgegenständen noch übrig geblieben ist. Das Buch ist auch ein Zeugnis davon, wie Vieles vollkommen zu verschwinden droht.

Michel Houellebecq: Unterwerfung (Dumont)

Viel wurde über diesen Roman bereits geschrieben und auch ein Jahr nach seinem Erscheinen hat er nichts von seiner Aktualität – er erschien kurz nach den Terroranschlägen im Januar 2015 in Paris – verloren. Frankreich driftet weiter nach rechts, die Gesellschaft scheint gespaltener den je. In diesem Spannungsfeld ist der Roman angesiedelt, in dem Houellebecq eine gesellschaftliche Dystopie entwirft, die im Sieg einer islamischen Partei und dessen Folgen mündet.

H.G. Wells: Krieg der Welten (Diogenes)

Eine weitere Klassikerlücke geschlossen.

 

dabei:

Maxim Biller: Bernsteintage (KiWi)

Helen Macdonald: H wie Habicht (Ullstein)

André Franquin: Gaston Gesamtausgabe (Carlsen)

Beate und Serge Klarsfeld: Erinnerungen (Piper)

gehört:

Serial, Season 1

In der ersten Staffel wird in 12 einstündigen Folgen der Mord an der Schülerin Hae Min Lee aus dem Jahr 1999 investigativ aufgearbeitet. Verurteilt zu lebenslanger Haft wurde damals ihr Ex-Freund Adnan Syed. Das Urteil basierte auf einer einzigen Zeugenaussage. Die Journalistin Sarah Koenig beschäftigt sich mit dem Fall und mehr und mehr Unstimmigkeiten kommen ans Licht. Als Resultat findet Anfang Februar eine neue Anhörung statt.

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle: Der Biss des Zerberus

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle: Der grüne Admiral

Marsimoto: Ring der Nebelungen

regelmäßig als Podcast:

Die Literaturagenten (radioeins)

Wir sind die Freeses (NDR 2)

 

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Gesehen, gelesen, gehört 2016 – Teil 2


gesehen:

Beendet habe ich The Last Kingdom (Netflix), wie geschrieben kein Muss, aber insgesamt doch recht unterhaltsam.

Begonnen: Fargo, Staffel 2 (Netflix) – sie knüpft qualitativ an die großartige erste Staffel an. Normalerweise bin ich nicht der „Man muss alles im Original sehen“-Typ, aber die Synchronisation von Fargo ist wirklich lausig. Deshalb unbedingt OmU schauen, ohne U ist O von Fargo allerdings nur schwer zu verstehen.

gelesen:

Michael Rutschky: Mitgeschrieben. Die Sensation des Gewöhnlichen (Berenberg)

In Rutschkys Münchner Tagebüchern aus den Jahren 1981 – 1984 begegnet man unter anderem dem jungen Rainald Goetz, Rutschky selber begegnet vielen Nackten an der Isar und beschreibt seinen Werdegang als Intellektueller. Viele Namen und Konstellationen muss der Leser selbst entschlüsseln, das mindert das Lektürevergnügen allerdings nicht.

Patrick Deville: Kampuchea (bilgerverlag)

Die Geschichte Indochinas von der Kolonisation bis zu den Roten Khmer in einem faktenreichen, dichten, atmosphärischen Roman. 2011 als bester französischer Roman ausgezeichnet.

Bov Bjerg: Auerhaus (Blumenbar)

Viel ist über Auerhaus geschrieben wurden, die meisten Rezensenten waren begeistert. Bei Romanen wie diesem kommt oftmals der Vergleich zu „Tschick“, und tatsächlich fühlt man sich bei der Lektüre anfangs daran erinnert. Allerdings ist „Tschick“ so präsent, dass vergessen wird, dass auch Herrndorf den Coming-of-Age-Freundschaftsroman nicht erfunden hat. „Auerhaus“ erzählt vom Erwachsenwerden in der Provinz, von Depressionen, ist humorvoll-traurig – mir hat der Roman sehr gefallen.

dabei:

Mawil: The Singles Collection (Reprodukt)

Maxim Biller: Bernsteintage (KiWi)

Helen Macdonald: H wie Habicht (Ullstein)

André Franquin: Gaston Gesamtausgabe (Carlsen)

 

gehört:

The Kooks: Hello, what’s your Name

Wanda: Bussi

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle: Das steinerne Schiff, Das Haus auf dem Hexenhügel, Der eisige Tod

Die Wahrheit über Hänsel und Gretel (WDR Hörspiel-Speicher)

Delay (WDR Hörspiel-Speicher)

 

Gesehen, gelesen, gehört 2016


Gesehen:

Beendet habe ich Jessica Jones (Netflix). Die Serie brauchte – wie so viele derzeit – zwei bis drei Folgen, um mich zu packen, entwickelte sich aber zu einer anspielungsreichen, spannenden Story mit feministischem Hintergrund, in der  viele tradierte Superheldenstereotypen gebrochen wurden und in der die Themen sexuelle Gewalt und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt gestellt wurden.

Angefangen – für Zwischendurch – The Last Kingdom (Netflix), ein  Achtteiler, in dem der Kampf zwischen Engländern und Dänen im ausgehenden 9. Jahrhundert als Background für eine klassische  „einer irgendwie gegen alle“-Geschichte dient. Kann man sehen, ausreichend Spannung, um dranzubleiben, herkömmlich erzählt.

Gelesen:

Ms. Marvel, Bd. 2 (Panini). Die neue Ms. Marvel ist Kamala Khan, eine 16-jährige muslimische Amerikanerin. Sie ist ein Comic-Nerd, wächst wohlbehütet in einem übervorsorglichen, traditionsbewussten Elternhaus auf. Eines Tages entdeckt sie, dass sie ihren Körper beliebig umwandeln kann. Das Superheldendasein wird nicht einfacher, wenn man als normale 16-Jährige auch damit beschäftigt ist, seinen Platz in der Welt zu finden und sich zwischen elterlicher Fürsorge und religiösem Umfeld behaupten muss. Ms. Marvel ist – bisher – eine schön erzählte Coming-of-Age-Geschichte mit einer – im Superheldenuniversum – ungewöhnlich normalen, liebenswerten Heldin und wurde zu recht viel gelobt.

Hawkeye, Megaband 2 (Panini). Kate Bishop trifft auf Madame Masque in Los Angeles, Clint Barton kriegt es in New York wieder mit der Mafia zu tun. Schön gezeichnet, interessante Figuren.

Maxim Biller: Der gebrauchte Jude (KiWi). In diesem Selbstportrait erzählt Biller von seinem Weg zum Schriftsteller, von seinem Ringen mit dem, was es bedeutet, in Deutschland Jude zu sein. Zugleich ein Stück Kulturgeschichte der Achtziger Jahre.

dabei:

Mawil: The Singles Collection (Reprodukt)

Maxim Biller: Bernsteintage (KiWi)

Patrick Deville: Kampuchea (bilgerverlag)

Michael Rutschky: Mitgeschrieben. Die Sensationen des Gewöhnlichen (Berenberg)

Gehört:

Die Literaturagenten (Podcast, radioeins)

Spotify – Dein Mix der Woche. In diesem Jahr bisher enttäuschend.

Kendrick Lamar: To Pimp a Butterfly.