Scheiß Harmonie – Frankfurter Buchmesse 2013


Premiere für mich: Zum ersten Mal war ich als Teilnehmer zu einer Diskussion geladen, sodass aus den geplanten zwei Tagen drei wurden, da die Podiumsdiskussion „Die Buchhandlung – ein Auslaufmodell mit großer Zukunft?“ Donnerstag bereits 10 Uhr morgens stattfand und mir die Fahrplanauskunft auf die Frage, wann ich losfahren müsste, um pünktlich da zu sein, irgendwas mit „mitten in der Nacht“ zurief und mich dabei schadenfroh anschaute. Man ist ja kein Frühaufsteher, von mir hat mein Heimatbundesland Sachsen-Anhalt das nicht.

Mittwoch

Man ist auch nicht Sascha Lobo, sonst hätte man seinen Namen am Mittwoch in gefühlt jedem zweiten Satz, den man irgendwo aufgeschnappt hat, gehört. Sobooks heißt das nächste große Ding (okay, das war jetzt eigentlich als super Anspielung auf einen seiner Buchtitel gedacht, aber Sascha Lobo ist auch nicht Kathrin Passig oder Holm Friebe), das er auf einer knallevollen Pressekonferenz in nur anderthalb Stunden vorstellte, weshalb man dann auch nicht pünktlich um 17.00 zum Weintrinken an irgendeinen Stand kam, dafür aber Anne Schüßler noch den Weg zum Pressezentrum zeigen konnte. Anne war auf der Sobooks-Vorstellung eine von zwei anwesenden Damen, die Hut trugen. Und ich kannte beide! Danach kurz meinen Gastgeber bei Suhrkamp aufgegabelt, dann noch schnell auf einen Wein beim Börsenverein vorbei und ab zum Abendessen. Mittwochabend haben wir es insgesamt eher gemächlich angehen lassen, mit Restalkohol vom Podium fallen wäre zwar lustig, aber man ist ja nicht Klaus Kinski. JpegZumindest war der Plan, es gemächlich angehen zu lassen, aber ich denke, für Buchmesseverhältnisse kann man das so gelten lassen; man ist ja auch nicht mehr der Jüngste. „Im Blauen Bock“ (der Bademantel auf dem Bild hängt dort auf dem Klo) und „Klabundt“ hießen die Stationen, in Letzterer waren Fans von Hannover 96 überproportional vertreten, da am Nachbartisch Matthias Wieland vom Klub der Roten Dichter saß.

Donnerstag

Am Donnerstag dann Diskussionsrunde mit Kathrin Passig, John Cohen und Rudolf Frankl. Spannender wäre es sicher gewesen, wenn anstelle von John Cohen ein Vertreter von Thalia/Hugendubel anwesend gewesen wäre, da Herr Cohen und ich bereits vorab feststellten, dass wir uns eigentlich komplett einig sind. Scheiß Harmonie. Trotzdem weiß ich dadurch, wo auf St. Pauli meine Kreditkarte und ich beim nächsten Hamburg-Besuch mal vorbeischauen. Die Diskussion gibt es irgendwann auch auf youtube, ich befürchte aber, dass ich im Bewegtbild genauso fett aussehe wie auf den Fotos.

Danach das üblich Durch-die-Gänge-Laufen-und-Hallo-sagen, nebenbei (unter Zeugen) die Literaturnobelpreisträgerin vorhersagen und sich für Doerlemann freuen. Zwischendurch eine Fußballfachsimpelei mit Holger. Wir sind beide gespannt auf den 8. November.Scheiß Harmonie.

bei KunstmannDonnerstags ist 17.00 Pflichttermin der Stand von Antje Kunstmann (auf dem Bild, v.l.: Jana, Name vergessen, war aber nett, Miriam) Ich lobe ja sonst immer die Tatsache, dass es dort schön gekühltes Bier gibt, diesmal war ich aber nicht traurig, dass es so schnell alle war, sonst wäre mir der unglaublich tolle Riesling von Bachmann – Greulich entgangen. Überhaupt Kunstmann-Empfang: Ich mag ihn, denn irgendwann schert sich niemand mehr um das Rauchverbot in den Hallen, alle sind vergnügt und man trifft immer nette Leute. Danach war die Verleihung der Virenschleuder angesagt, auf dem Weg dorthin unterhielt ich mich noch mit Stefan Weidle (der am Freitag noch den Hotlist-Preis gewinnen sollte), dann kamen Tina Schraml und Elisabeth Dietz (die zweite Dame mit Hut) vom Bücher Magazin (“Deine Kritik an unserem Heft hat immer Hand und Fuß, aber es wäre schön, wenn sie nicht meistens mit ‚ Ich habe mir die letzte Ausgabe nicht gekauft, weil …‘ anfangen würde.“) vorbei und schwupps, kam man zur Virenschleuder (Bild unten: Holger und Stefan Geyer auf der Aftershow-Party), als schon alles gelaufen war. Lustig war es trotzdem, man kennt sich, man mag sich … Scheiß Harmonie.

JpegMit der anschließenden Fischer-Party ist das ja so eine Sache. Man sucht sich einen freien Tisch und hofft, dass sich angenehme Gesellschaft hinzugesellt. Klappt nicht immer, aber diesmal, auch wenn Karla Paul, der ich noch persönlich für die Nennung im neon-Blog danken wollte, es geschafft hat, sich erfolgreich vor mir zu verstecken. Von dem ominösen Gestank auf der Party habe ich übrigens nichts mitbekommen.

Freitag

Last Exit wieder „Klabundt“, am nächsten Morgen munter wie ein Fisch im Wasser (neben dem grad ein Öltanker leckgeschlagen hat) wieder zu Messe. Aber es gab Frühstück von der Messe, auf der Agora. Danach nochmals durch die Gänge, ein abschließendes Getränk mit Wolfgang Walz, Tina (hatte nur Pommes) und Elisabeth (siehe Bild unten), die schneller Bier trinkt als ich.

Buchmesse elisabet

Dann ab zum Bahnhof, Zug, Hannover, fertig.

Lustig: Das Plopp-Geräusch beim Öffnen der Bierflasche am Stand von Voland & Quist, das man noch in der Halle drüber hören konnte.

Das Gesicht der Dame am Infopoint, zu der Wolfgang Joop sagte „Ich gehe jetzt mal auf die Toilette und komme dann wieder her“ (gesprochen klang das wirklich lustig).

Dass ganz viele wildfremde Menschen Fotos von mir gemacht haben und sich jetzt fragen, wer der Typ mit dem rosa Iro ist. (Wenn man sich mit Sascha Lobo unterhält, wird man in fünf Minuten ungefähr 20 Mal fotografiert. Und da ich an diesem Tag auch neben Kathrin Passig fotografiert wurde, bin ich jetzt auf allen Symbolfotos für das Internet drauf.)

Dass wir ein Buch von Joachim Kurz gesehen haben. Als Deko für einen Buchverramscher.

Dass ich Leander Wattig gleich zweimal als erstes mir bekanntes Gesicht getroffen habe. Als Wir-sind-hier-Plakat auf dem Weg in die Halle und als ersten Bekannten vor der Halle.

Es war eine schöne Messe. Danke an Stefan für die Gastfreundschaft, danke an Jana sowieso, danke an Susanne, Frank, Carsten, Wolfgang, Wibke, Stefan, Andre, Leif und Sebastian, Dorle, Miriam, Peter, Dominique, Elisabeth, Tina, Anne, Sascha, Steffen (denk dran: Leipzig, Bier!), Holger, Karsten, Simone, TimHolger und alle anderen, die ich hier vergessen habe, für nette Begegnungen. Scheiß Harmonie.

 

PPS: Um Bücher gings natürlich auch, dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt.

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7 Gedanken zu “Scheiß Harmonie – Frankfurter Buchmesse 2013

  1. Ich habe tatsächlich noch eine dritte Hutträgerin gesehen. Und ich vermute, spätestens mit den Cosplayern wurde es dann auch deutlich mehr. Generell bin ich weiterhin für mehr Hüte in der Öffentlichkeit (geschlechtsübergreifend).

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