Nicht immer nur dasselbe. Die Leipziger Buchmesse 2012


Ich habe vorab mal meine alten Buchmesseeinträge quergelesen und festgestellt, dass ich oft dasselbe schreibe. Deshalb erzähle ich in diesem Jahr ausdrücklich nicht, dass Walde & Graf wieder mal unglaublich schöne Bücher präsentiert hat und ich erwähne erst recht nicht, dass ich mich besonders auf die Lektüre von Chester Browns „Ich bezahle für Sex – Aufzeichnungen eines Freiers“ freue. Und auch auf das „ABC der Lähmungen. Ein Kneipenroman“, der in einer hannoverschen Altstadtkneipe spielt. Nach den vergangenen Messen hätte ich vermutlich auch noch auf die tolle Schuberausgabe dreier Tarzanromane hingewiesen, mach ich aber in diesem Jahr nicht.

Auch Voland & Quist erwähnte ich eigentlich immer, das spare ich mir ebenfalls, ihr müsst halt selber rausfinden, dass die grad eine tolle Graphic Novel namens „Alois Nebel“ im Programm haben.

"Ich habe heute leider kein Känguru für dich." Marc-Uwe Kling und der verschwommene Sebastian Wolter von Voland&Quist.„Ich habe heute leider kein Känguru für dich.“ Marc-Uwe Kling und Sebastian Wolter von Voland&Quist  (Sebastian traf ich am Abend zuvor in einem Lokal und er blieb länger als ich, da habe ich lieber den Verschwommen-Modus gewählt).

Ich hätte normalerweise auch vom Salis Verlag berichtet, auf dessen Neuerscheinung, HF Cotellos „Einige Abenteuer und seltsame Begegnungen im Leben des stillen Kommandeurs“ ich gespannt bin. Aber in diesem Jahr soll ja der Beitrag anders werden.

Hier also mal was anderes:

Die Cosplayer werden auch immer verrückter. Die Dame links heißt Carola und kam in einem fast täuschend echten Kostüm als Heike Schmidt von UTB auf die Messe. Damit gewann sie aber leider nur den zweiten Preis bei der „Bestes Cosplaykostüm“-Verleihung, die Jury bemängelte zu Recht die falsche Schuhwahl.

Den ersten Preis bekam übrigens Maik Schulze aus Hintertupfing, im Hauptberuf Versicherungsvertreter. Seine Kostümierung als FC-Bayern-Zuschauer fand einstimmigen Zuspruch der Jury. (Maik Schulze im Kostüm)

Abgeschlagen auf dem letzten Platz landete der Carsten-Tergast-Wannabe, der in dieser Verkleidung nicht mal die die Türsteher der Random-House-Party austricksen konnte.

(Schlechte Kopie mit Sonnenbrille)

Bücher gabs auch

Eins der schönsten Bücher in diesem Jahr war zweifelsohne „Manchmal könnte ich ein U-Boot gebrauchen“ von Juliane Blech, mit Illustrationen von Christina Röckl, aus dem Hasenverlag in Halle. Ein Bändchen voll mit wunderschönen Sprachspielereien, das in keinem Haushalt mit Kindern, die nicht ganz doof sind, fehlen sollte. Und auch Erwachsene ohne Kinder werden ihren Spaß haben. Die 12,95 dafür waren gut angelegt.

Ebenfalls gekauft habe ich mir „Aufzeichnungen aus Jerusalem“, den neuen Comicband von Guy Delisle, erschienen bei Reprodukt. Hier beantwortet Guy Delisle noch Fragen, kurze Zeit später zeichnet er mir ein was in mein Exemplar.

4:0 und Viertelfinale

Das absolute Highlight der Messetage war natürlich das 4:0 von Hannover 96 gegen Standard Lüttich (Frank Goosen, falls Sie das hier zufällig lesen: Ich weiß, als Bochum-Fan hat man mit internationalen Wettbewerben nicht so viel zu tun, aber Ihre Lesung parallel zum Spiel stattfinden zu lassen, war schon schade.) Ich habe das Spiel zusammen mit Lieblingsfrau, meiner Lieblings-Börsenverein-Mitarbeiterin und meinem Lieblingsbraunschweiger geguckt. Vor allem letzterer, also Holger, war begeistert. Guten Fußball kennt er ja sonst eher nicht so.

Anschließend gingen wir alle noch in ein nettes Lokal, also alle außer Carsten Tergast. Dort soll wohl Henryk M. Broder neben uns gesessen haben, wurde mir zumindest erzählt.

Buchmessehölle

Richtig stressig war der Messesamstag, wie man auf diesem Bild gut erkennen kann. Allerdings hätte ich da auch gern einen der Helden meiner Kindheit (eigentlich ist er es auch jetzt noch) getroffen, Morten Grunwald. Die Lesung war aber leider komplett überfüllt.

eBooks

Eure eBooks können mich mal.

Ein neuer Bekannter

Eine bis dato virtuelle Bekanntschaft, die seit der Messe real geschlossen wurde, ist die mit Stefan Weidle vom gleichnamigen Verlag. Ganz passend ist im Weidle-Verlag grad Jörg W. Gronius‘ „Horch“ erschienen, Hauptfigur ist ein Werbetexter, der in Hannover lebt. Stefan Weidle ist nicht nur Verleger, sondern auch Vorsitzender des Vorstands der Kurt Wolff Stiftung. Deren jährlich auf der Leipziger Buchmesse verliehenen Preise gingen in diesem Jahr an  den Verlag „Das Wunderhorn“ und die Literaturzeitschrift „BELLA triste“.

Und sonst noch so?

Die Damen vom Milena-Verlag (cooles Programm, wie immer), fuhren mit dem Taxi von der Messe zum Cafe Puschkin. Da saßen wir davor, es waren noch rund 20 Grad, und beim Leute gucken im Allgemeinen und dem „Milena-Verlag steigt aus dem Taxi „-Gucken im Besonderen erkannte ich einen alten Freund, den ich seit vielen Jahren nicht mehr gesehn hatte. Der hatte grad den Milena-Verlag von der Messe zum Cafe Puschkin gefahren. Verrückt.

Ansonsten waren Markus Hablizel und ich uns einig, dass die Tatsache, dass man in der einen oder anderen Halle schwitzt, mit Überheizung und nichts mit dem Körpergewicht zu tun hat.

Da ich ja diesmal über anderes als in den Vorjahren berichten will, erwähne ich weder, dass Wibke Ladwig wieder Wortweide-Buttons mitgebracht hatte, noch, dass die Anzahl der gewechselten Worte mit Karla Paul im Vergleich zu Frankfurt rückläufig war, wir trafen uns nur kurz vor dem Klo.

Und dann war die Messe auch schon wieder vorbei, auf der Rückfahrt hörten wir noch Hannover 96 4:1 gegen diesen rheinländischen Verein gewinnen. Dann waren wir zu Hause, und da ist es auch schön. Zumindest bis zur nächsten Messe.


Advertisements