ConventionCamp 2010 – ein Rückblick


Gestern, am 10. November, fand das ConventionCamp zum dritten Mal in Hannover statt. Und ich war zum dritten Mal dabei. Rund 1200 Teilnehmer trudelten im Laufe des Vormittags im Convention Center auf dem Messegelände ein.

Die Organisation

Die Initiatoren unter Federführung von w3design. haben sich auch in diesem Jahr keine Blöße gegeben, es klappte alles reibungslos. Gut, fast alles. Es gibt auch auf einer Veranstaltung wie dem ConventionCamp Menschen, die offline unterwegs sind. Verrückt! Aber diese standen am Vormittag etwas hilflos vor dem Raumbelegungsplan, der auf die Leinwand gebeamt wurde und auf dem zwar die Sessions, nicht aber die dazugehörigen Räume erkennbar waren. In der Mittagspause gab es dann aber die gute, alte Analogvariante auf Papier.

Die Mädels und die Jungs vom Catering- und Serviceteam der Messe machten, wie bereits im Jahr zuvor, einen tollen Job, dafür ausdrücklich ein großes Danke. Und am Buffett dürfte es, wie bereits im letzten Jahr (und im vorletzten Jahr, Bockwurst und Frikadelle mit Kartoffelsalat hatte auch Charme) keine Kritikpunkte geben.

Die Sessions

Beim ConventionCamp ist ja jeder, so auch ich, seines eigenen Glückes Schmied. Und ich war in diesem Jahr kein besonders glücklicher Schmied.

Aber der Reihe nach:

Begonnen habe ich mit der Session von Torsten Maue zum Thema „Fehler bei Onlineshops“. Torsten hatte anhand von zwei besonders ‚herausragenden’ Beispielen kleinerer Shops auf typische oder besonders gravierende Fehler, die Shopbetreiber machen können, hingewiesen. Das war stellenweise ganz lustig, – erwähnte ich bereits, dass es sich um besonders ‚herausragende’ Shops handelt? – aber letztlich nicht besonders tiefgründig, da sich alles auf das Allzuoffensichtliche beschränkte. Es wurde im Laufe der Session diskutiert, ein bisschen tieferen Einblick in mögliche Fehler hatte sich der eine oder andere Teilnehmer aber doch erhofft.

Die zweite Session trug den wunderbaren Titel „SocialDigital Sustainability“ wurde gehalten von Oliver Gassner und lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Meldungen via Twitter oder Facebook sind kurzlebig, Blogbeiträge langlebig und mittel- und langfristig besser (nachhaltiger) zu finden.

Das war jetzt auch nicht gerade das Ei des Kolumbus und Oliver Gassner fragte dann auch an einer Stelle nicht ganz unberechtigt, ob er jetzt was erzählt hat, was jedem eh schon klar sei. Ja.

Dritte Session „Strategien für erfolgreiches Linkbuilding“, gehalten von Björn Tantau, Geschäftsführer einer SEO-Agentur (auf den Link verzichte ich hier, die wissen ja auch so, wie sie an Backlinks kommen). Der Vortrag war eine Einführung darüber, was es beim Linkbuilding zu beachten gilt, wobei sich der Großteil der Ausführungen auf die Planung von Linkbuilding und die Analyse von Links bezog. Als Überblick gut, etwas langatmig und für mich nichts Neues.

Die wirklich interessante Frage, nämlich die, wie ich denn nun tatsächlich an gute Links komme, wenn ich sie denn analysiert habe, wurde freilich ausgeklammert. Berufsgeheimnis, ich verstehe.

Danach hatten wir uns im Foyer etwas verquatscht und sind kurzentschlossen in die Session „Aufgewachsen in der digitalen Welt“. Der angekündigte Vortrag entfiel, stattdessen wurde der ebenfalls geplante Kurzvortrag, die Vorstellung des Portals medienbewusst.de in die Länge gezogen.

Den nächsten Session-Slot habe ich geschwänzt, es ging dann weiter mit „Ich mag dich nicht, aber ich like dich trotzdem“ von Nicole Männl und Robert Basic. Der Session ging ein über die ganze Veranstaltung dauerndes Experiment voraus. Jeder Teilnehmer hatte auf seinem Namensschild einen Zahlencode, anhand dessen die anderen Teilnehmer via einer URL die Person liken oder disliken konnten. Ich hatte übrigens 3 Likes und 0 Dislikes. Dank an die Drei und an alle anderen: Ihr seid mir auch egal 😉 Der Grundgedanke war, virtuelle Like-Buttons ins echte Leben zu übertragen und auf die soziale Komponente zu untersuchen. Ein spannendes Thema, aus dem man sehr viel hätte machen können und – liebe Nicole, lieber Robert – auch noch machen kann! Die Session selber war dann ein Statistikexzess, der irgendwann ins Surreale kippte. Aber trotzdem: Das Experiment selber war ein guter Ansatz und etwas, was mir sonst auf dem ConventionCamp gefehlt hat, nämlich eine Idee, die irgendwie spinnert ist, eine Idee, die man weiterspinnen könnte, weil sie noch nicht zu Ende gedacht ist und die die ausgetretenen Pfade verlässt. Davon wünsche ich mir mehr.

Als Fazit bleibt, dass bei den von mir ausgewählten Sessions das Beef fehlte und der Zeitraum für Diskussionen innerhalb der Sessions immer zu knapp bemessen war. Aus Gesprächen konnte man entnehmen, dass ich damit nicht allein dastehe. Allerdings, soviel Fairness muss sein, kritisieren ist einfach, wenn man sich nicht selber auf die Bühne stellt. Deshalb auch ein ehrlich gemeintes Danke an alle Vortragenden.

Abschließend dann die Closing Session mit der Verleihung des Deutschen Social Media Preises. Über den Laudator hülle ich gnädig den Mantel des Schweigens, nicht aber über die Preisträger. Zu den Gewinnern gehörten die WWF-Kampagne zur Rettung der letzten wildlebenden Tiger, die Kampagne gegen Genitalverstümmelung, das Label Manomama und @frauenfuss, die den ersten Preis in der Kategorie Kunst für ihre Aktion „Ich male meine Follower“ bekam.

Und sonst noch

Viele, viele Leute getroffen, alte Bekanntschaften aufgefrischt, neue Bekanntschaften gemacht und irgendwie viel zu wenig Zeit. Man wünscht sich, dass der geballte Veranstaltungskalender etwas entzerrt würde.

Irgendwann war dann das ConventionCamp2010 vorbei, das ConventionCamp2011 findet am 8. November statt und ich werde wieder dabei sein. Denn Alles in Allem ist es eine großartige Veranstaltung, auf die ich mich immer wieder freue.

Auf dem Bild: Michalea von Aichberger (@frauenfuss) und ich

Weitere Berichte vom ConventionCamp:

Blog2.de und elcario und der Webarchitekt und Pixeldreher und Evangeline Cooper und t3n


Advertisements

8 Gedanken zu “ConventionCamp 2010 – ein Rückblick

  1. Das mit dem „zu wenig Zeit“ hat mich auch den ganzen Tag beschlichen… es gab so viele Leute, mit denen ich mich gerne etwas länger unterhalten hätte. Aber leider geht es wohl nicht anders.

    Teile aber voll und ganz Dein Fazit: Ein Muss im jährlichen Terminkalender. 8.11.11 ist schon eingetragen.

    Gefällt mir

  2. […] ConventionCamp 2010 – ein Rückblick Tags: 20, cch10, enterprise, goggles, google, konsumverhalten, studie, trend, trends Autor: Holger Rings Holger ist Berater und Spezialist für Online-Auftritte im Bereich Public Relations, Pressearbeit und Corporate Social Responsibility. Als Gründer und Geschäftsführer der Rings Kommunikation GmbH in Hamburg konzipiert und steuert er Internet-Projekte für seine Kunden. Er arbeitet gerne "hands on" und verreist selten ohne Laptop und mobilen Internetzugang. .fb_share { padding-right:10px;position:relative;top:2px; float:left; } Teilen Tweet Vorheriger Artikel Deutsche Bahn Facebook – Zahlen Nächster Artikel […]

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s