SuB: Stapel ungelesener Bücher. Update 10


Neuzugänge in den letzten  Wochen:

Michel Georges-Michel: Die von Montparnasse (Walde & Graf)

Eliszabeth Lunday: Die grossen Künstler und ihre Geheimnisse (Walde & Graf)

Alice Munro: Tanz der seligen Geister (Dörlemann)

Richard K. Breuer: Brouille (Eigenverlag)

Hanns-Josef Ortheil: Fermer (btb)

Jade Y. Chen: Die Insel der Göttin (Münchner Frühling Verlag)

Roberto Saviano: Gomorrha (Hanser)

Giorgio Manganelli: Lügenbuch (Wagenbach)

Warlam Schalamow: Durch den Schnee. Erzählungen aus Kolyma  (Matthes & Seitz)

Thomas Lang: Bodenlos (C.H.Beck)

David Signer: Die nackten Inseln (salis)

Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit (Sammlung Luchterhand)

William Lithgow: Die wundersamen Irrfahrten des Willam Lithgow. Hrsg. von Roger Willemsen (mare)

Auf dem Stapel:

Hans Gerd Pyka: Königswasser (ONKEL & ONKEL)

Hubert Fichte: Detlevs Imitationen „Grünspan“ (Fischer)

Chris Wilson: Fou (Insel)

Andrej Blatnik: Ändere mich (folio)

Emilio Salgari: Die Tiger von Mompracem (Wunderkammer)

Asholt/Fähnders (Hrsg.): Manifeste und Proklamationen der europäischen Avantgarde (1909-1938). (J.B.Metzler) (bei Zweitausendeins)

Don Winslow: Pacific Private (Suhrkamp)

Gary Shteyngart: Snack Daddys Abenteuerliche Reise (Berlin Verlag)

Richard Sennett: Civitas (Berlin Verlag)

Victor Lodato: Mathilda Savitch (C.H.Beck)

Wilhelm Raabe: Romane (antiquarisch)

Uwe Timm: Halbschatten (Kiepenheuer  Witsch)

Salvador Plascencia: Menschen aus Papier (Edition Nautilus)

Hubert Fichte: Die Palette (Fischer Tb.)

T Cooper: Lipshitz (Marebuch)

Martin Mosebach: Die Türkin (dtv)

Rose Tremain: Der weite Weg nach Hause (Suhrkamp)

Abraham Verghese: Rückkehr nach Missing (Insel)

Peter Bosch: Der Spurenzeichner (Albatros)

Ugo Riccarelli: Der vollkommene Schmerz (Zsolnay)

Chandler Brossard: Wacht auf! Wir sind gleich da! (Rogner & Bernhard)

Sir Arthur Conan Doyle: Memories and Adventures (Wordsworth Literary Lives)

Matias Faldbakken: Unfun (Blumenbar)

Donald A. Prater: Thomas Mann. Deutscher und Weltbürger. (Hanser)

Ralf Rothmann: Feuer brennt nicht (Suhrkamp)

Ingo Schulze: Handy (Berlin Verlag)

Ketil Bjornstad: Vindings Spiel (Suhrkamp Tb)

Ketil Bjornstad: Der Fluß (Insel)

Peter Crane: Wir leben nun mal auf einem Vulkan (Weidle)

Hanne Kulessa: Der Große Schwarze Akt (Weidle)

Chuck Palahniuk: Das letzte Protokoll (Goldmann)

Hanns-Josef Ortheil: Die Nacht des Don Juan

Dietmar Dath: Dirac (Suhrkamp)

Donald Windham: Dog Star (Lilienfeld)

Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften

Nick Hornby: A long way down

Markus Werner: Am Hang

Peter Handke: Der Bildverlust oder Durch die Sierra de Gredos

Lewis Carroll: Sylvie und Bruno

Runter vom Stapel, beendet oder in `Bearbeitung`:

Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch. Aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts von Reinhard Kaiser (Eichborn)

Shane Jones: Thaddeus und der Februar (Eichborn)

P.G. Wodehouse: Reiner Wein, Mulliner schenkt ein, In alter Frische (Edition Epoca)

Manfred Lütz: IRRE (Gütersloher Verlagshaus)

Tahmima Anam: Zeit der Verheißungen (Insel)

Matthias Politycki: In 180 Tagen um die Welt (mare)

Holger Reichard: 111 Gründe, sich selbst zu lieben (Schwarzkopf & Schwarzkopf)

Warlam Schalamow: Durch den Schnee. Erzählungen aus Kolyma  (Matthes & Seitz)

Thomas Lang: Bodenlos (C.H.Beck)

Michel Georges-Michel: Die von Montparnasse (Walde & Graf)

Eliszabeth Lunday: Die grossen Künstler und ihre Geheimnisse (Walde & Graf)

Roberto Saviano: Gomorrha (Hanser)

Dietmar Dath: Sämmtliche Gedichte (Suhrkamp)

Advertisements

„Wer als Pilger nach Jerusalem kommt, muss über drei wertvolle Gaben verfügen – Glaube, Geduld und Geld. Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow. Hrsg. von Roger Willemsen


„Wenn das Streben nach Glück unser Leben beherrscht, erschließen uns vielleicht nur wenige unserer Handlungen soviel über die Dynamik dieser Suche – mit all ihrer Inbrunst und ihren Paradoxien – wie die Reisen, die wir unternehmen. […] Nur selten jedoch wird bedacht, dass das Reisen philosophische Probleme aufwirft, […] deren Betrachtung in bescheidenem Maße zum Verstehen dessen beitragen könnte, was griechische Philosophen mit dem schönen Begriff der eudaimonia, der Entfaltung der Persönlichkeit, bezeichneten.“ So schreibt Alain de Botton im Kapitel „Über Erwartungen“ seines, lesenswerten, Buches „Die Kunst des Reisens“ (S.Fischer). In Bezug auf William Lithgow, dessen Reiseberichte aus dem frühen 17. Jahrhundert erstmals auf Deutsch vorliegen, kann man de Bottons Einlassungen getrost vergessen.

William Lithgow, Schneider aus Schottland, war einer der großen Reisenden seiner Zeit. Neben mehreren kleineren Reisen unternahm er zwischen 1609 und 1621 drei große Reisen, die ihn auf drei Kontinente – Europa, Asien, Afrika – führten und deren Beschreibungen mare im bibliophilen Band „Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow. Herausgegeben von Roger Willemsen.“ veröffentlicht hat.

Als Reisender war er ein Solitär.

Das Leben hat ihm übel mitgespielt, dem tapferen Schneiderlein aus South Lanarkshire. Dereinst stimmte er vor dem Fenster der Angebeteten ein Liebeslied an, sehr zum Missfallen ihrer Brüder. So sehr zum Missfallen, dass sie ihm beide Ohren abschnitten. (In einer anderen Version waren es die Brüder seiner Verlobten, nachdem Lithgow bei körperlicher Ertüchtigung mit eben nicht seiner Verlobten erwischt wurde). So ganz belegt ist dies zwar nicht – Lithgows Lebensumstände vor seinen Reisen liegen im Dunkeln -, liefert aber doch eine in der Geschichte des Reisens wohl einmalige Begründung für seine erste Reise „„Wer als Pilger nach Jerusalem kommt, muss über drei wertvolle Gaben verfügen – Glaube, Geduld und Geld. Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow. Hrsg. von Roger Willemsen“ weiterlesen

„Ich habe in meinen Fotografien nichts mitzuteilen, keine besondere Aussage zu machen.“ Araki meets Hokusai


Araki meets Hokusai (Doppelband)

„Pornographie!“ rufen die einen, „Kunst!“ rufen die anderen. Die Fotografien des Nobuyoshi Araki rufen immer wieder zwiespältige Reaktionen hervor. Nobuyoshi Araki gehört zweifellos zu den renommiertesten Fotokünstlern der Welt. 1940 in Tokio geboren, lebt und arbeitet er bis zum heutigen Tag in der japanischen Hauptstadt. Sein künstlerischer Weg begann mit der Fotografie von Alltagsszenen, bekannt wurde er mit dem Band „Sentimental Journey“, in dem er Fotos seiner Hochzeitsreise veröffentlichte. Ein, wenn nicht gar das zentrale Thema seiner Arbeit wurde aber die erotische Fotografie, die sich immer auf dem schmalen Grad bewegt, der Erotik von Pornografie trennt. Araki selbst hat diesen Unterschied nicht gemacht, „Ich habe in meinen Fotografien nichts mitzuteilen, keine besondere Aussage zu machen.“ sagt er. Insofern können seine Arbeiten beim oberflächlichen Blick als pornografisch interpretiert werden, teils wurden sie auch in Pornomagazinen veröffentlicht. Die Bilder verbergen nichts. Es greift aber zu kurz, ihn auf den pornografischen Aspekt zu reduzieren. Die Bilder sind sorgfältige Inszenierungen, in denen die Kunst der erotischen Fesselung, Shibari, prägend ist. Was heute gemeinhin unter dem Begriff Bondage subsumiert wird, kann in Japan auf eine lange Tradition zurückgreifen. Auffallend ist das Selbstbewusstsein seiner Modelle, in den Blicken findet sich nichts Erniedrigtes. Der Körper ist gefesselt, der Geist ist frei. Araki bewegt sich in Traditionslinien, die er immer wieder bricht und modifiziert. Gegenstände aus der Alltags- und Popkultur stehen gleichberechtigt neben traditionellen Gewändern und überlieferten Gesten. Wie stark, wenn auch nicht sofort erkennbar, der Bezug zu tradierten japanischen Darstellungsformen ist, erschließt der zweite Band mit japanischen Holzschnitten aus der Sammlung Thun. In der Gegenüberstellung lassen sich Bezüge herstellen, finden sich Motive, die in den Fotografien Arakis aufgegriffen werden. Die Holzschnitte stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, neben Blättern von Hokusai bieten vor allem die Arbeiten von Katsukawa Shuncho und Ikeda Yoshinobu Eisen Darstellungen, die man im Werk Arakis wieder findet. Der Doppelband ist der Katalog einer Ausstellung, die 2008 in der Kestnergesellschaft Hannover stattfand.

Erschienen bei Kehrer.

Zwei Bücher im Schuber
17,5 x 25,5 cm
288 Seiten
201 Farbabbildungen

Deutsch/Englisch
ISBN 978-3-939583-78-3
38 Euro
2008

Coverbild: Kehrer Verlag