Zur Neuübersetzung des Simplicissimus.


Im Laufe des Studiums der Komparatistik galt es für mich dereinst, eine Lektüreprüfung abzulegen. Auf der Liste der zu lesenden Bücher befand sich auch „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“, der barocke Romankoloss, der in vielen Bücherregalen zu finden war, zumeist aber in jungfräulicher, d.h. ungelesener Gestalt. Eine erste, kurze Begegnung hatte ich bereits im Geschichtsunterricht, in dem die Szene des Überfalls auf den Hof der (vermeintlichen) Eltern exemplarisch für die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges stand. Ich wusste also, was ein „Schwedentrunk“ ist, mehr vom Inhalt kannte ich damals nicht. Nun galt es also, die Lektüre zu vollziehen. Damals kannte ich auch das Wort prokrastinieren nicht, ließ mich aber nicht davon abhalten, es trotzdem zu tun. Kurzum, der Tag der Lektüreprüfung rückte näher und man erkannte, dass „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ mitnichten mal eben schnell noch zu lesen war. Nicht nur, weil er doch eine beachtliche Länge hat. Die Sprache war es, welche die Lektüre durchaus zäh und langwierig machte.

Lange Rede, kurzer Sinn, die Lektüre war nicht mehr zu schaffen und Spaß daran hatte man auch nicht. Also schaute ich in Kindlers Literaturlexikon, merkte mir ein paar inhaltliche Aspekte und Deutungsmöglichkeiten und hoffte, dies würde für die Lektüreprüfung reichen. Es reichte, was aber vor allem daran lag, dass die Diskussion über „Effi Briest“ in die Länge gezogen wurde, so dass für den Simplicissimus keine Zeit mehr blieb.

Dabei wäre es vermutlich geblieben, wenn nicht Reinhard Kaiser eine Übersetzung „Aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts“ vorgelegt hätte.

Und wie begeistert ich davon war, steht im Blog Literaturwelt.

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