Zehn Punkte, an denen man eine gute Buchhandlung erkennt


1. Das Schaufenster ist thematisch dekoriert.

2. Auf die Frage, welches Buch denn empfehlenswert sei, antwortet der/die Buchhändler/–in nicht sofort, sondern mit einer Gegenfrage nach den Lieblingsbüchern.

3. Die Antwort auf die Frage, welchen Autor der/die Buchhändler/–in empfehlen kann, lautet niemals Coelho/Kerkeling/Amelie Fried/ Gablé/Stephenie Meyer/Brown.

4. Auf die Frage, wo Rhonda Byrnes „The Secret“ liegt, bekommt der Kunde als Antwort ein genuscheltes „Muss ich erst bestellen“. Dazu ein dezent verächtlicher Blick ist kein Muss, aber ein Qualitätsmerkmal.

5. Auf die Frage, wo der neue Lyrikband von Steffen Popp liegt, bekommt der Kunde als Antwort kein „Steffen Wer?“, sondern „Gleich am Eingang auf dem Tisch“. Ein bedauerndes „Tut mir leid, hab grad den letzten verkauft, bestelle ich Ihnen aber sofort“ kann, so es glaubhaft ist, akzeptiert werden.

6. Es gibt eine Ecke mit Sofas und guten Kaffee.

7. Der/die Buchhändler/–in begeistert sich für ein ziemlich abseitiges Thema und hat dazu eine entsprechende Auswahl an Literatur. Mögliche Themen können sein: Zentralafrikanische Literatur, indonesische Lyrik, Kunst der Inuit, bolivianische Volkskultur etc.

8. Der/die Buchhändler/–in kann abschätzen, wer wann Beratung wünscht und belästigt nicht durch „Kann ich Ihnen helfen?“, wenn der Kunde (noch) keine Hilfe wünscht.

9. Der/die Buchhändler/–in findet 80er-Jahre-Öko-Schlabber-Batik-Look genauso abscheulich wie man selbst. Kamm und Duschgel werden täglich benutzt.

10. Man verlässt die Buchhandlung nie ohne ein Buch, häufig aber mit einem, von dem man vorher gar nicht wusste, dass man es haben wollte.

Falls jemand so eine Buchhandlung kennt, bitte Nachricht geben.

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75 Gedanken zu “Zehn Punkte, an denen man eine gute Buchhandlung erkennt

  1. Buchhandlung Adam in Bad Ems, noch nie hat ein Buchgeschenktipp nicht funktioniert. Meine Kinder dürfen mir dort den Kaffee machen und ich gehe immer mit zwei Büchern aus der Buchhandlung…

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  2. Als Sachbuchkritiker würde ich ergänzen: Sie sollte nicht nur Lyrik, sondern auch eine gute Auswahl politischer und gesellschaftskritischer Bücher haben…

    Besonders der 10. Punkt überzeugt, wofür gehe ich sonst in eine Buchhandlung?

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  3. „Falls jemand so eine Buchhandlung kennt, bitte Nachricht geben.“

    Sinnvoller Ansprechpartner könnten hier die örtlichen Insolvenzverwalter sein. So es diese Buchhandlungen je gab oder gibt, sind sie garantiert in deren Kartei…

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    • Als Inhaberin einer kleinen Stadtteilbuchhandlung wären Sie mein Wunschkunde, sofern wir uns sympathisch sind. Alle Ihre Kriterien erfülle ich und obendrein würde ich Ihnen noch mein Lieblingskinderbilderbuch verkaufen. Bei Uigurischer Lyrik passe ich, ebenso bei veganen Kochbüchern, bei Herrn von Hirschhausen habe ich selbstverständlich soeben das letzte Exemplar verkauft und kann es Ihnen bis zum nächsten Tag bestellen, aber von Philippe Claudel, Brodecks Bericht – ein irres buch, ebenso Vallgren, oder das neue Buch von foster Wallace.

      Aber selbstverständlich habe ich eine kleine Auswahl portugiesischer Literatur am Lager und kenne mich damit auch noch aus. 100 Jahre Einsamkeit ist quasi fast immer am Lager.

      Es gibt sie noch – und wird sie immer weiter geben, die kleinen Buchhandlungen, wo sich der Inhaber zwar aufopfert, aber sich eben auch auskennt. Und es gerne macht.

      Schauen Sie doch mal vorbei! Augustenstrasse 123 in München, bis zum 5.9 bin ich noch da, dann zwei Wochen in Ferien. ich freue mich auf Gespräche über Literatur. Denn das ist das Salz in der suppe des Buchhändlers. Und vergessen Sie die grossen, ausser Dussmann, das ist ein ernst zz nehmendes Unternehmen in berlin, was Beratung, Buchhandel und Musikalienhandel begriffen hat.

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      • @Frau Meyer-Clason:

        „die kleinen Buchhandlungen, wo sich der Inhaber zwar aufopfert“ – dieses „zwar“ ist genau das Problem; einige andere Kommentatoren schrieben auch schon in die Richtung. Die für mich (als Leser) wichtigsten Buchhandlungen der vergangenen Jahrzehnte sind unterdessen geschlossen oder gefressen worden; wenn für das literarische Denken wichtige Zeitschriften, etwa Norbert Wehrs Schreibheft, in den Buchhandlungen keinen Platz mehr findet, weil die vom Herausgeber/Editor aufzubringenden Rabatte zu hoch werden – Sie wissen, das geht bis zu 70 (!!) % -, dann kann die ästhetische Liebe nur noch von Verlagen erfüllt werden; die aber, ebenso bekanntlich, fallen unters Gesetz der Kapitelkonzentration. Hinzu kommt ein restlos inzestuöser Betrieb, dessen „main player“ auch ganz in ihrem ökonomischen Privatinteresse um immer weniger finanzielle Ressourcen rangeln. Die Bewegung reicht bis tief in die Feuilletons hinein, insbesondere auch der Rundfunkanstalten. Zu alledem kommt eine belletristische Buchproduktion, die von einem Einzelnen de facto nicht mehr überschaubar ist. Auch für Buchhändler gilt Arno Schmidts berühmte Rechnung, wie viele Bücher ein Mensch zu Lebenszeiten überhaupt lesen könne. Er muß also w ä h l e n; um zu wählen, muß er aber wieder wissen, was es gibt: sofort hat er ein Rezeptionsproblem, das ganz unmittelbar mit dem Distributionsproblem zusammenhängt.

        Unbekannterweise herzlich:
        ANH
        http://www.albannikolaiherbst.de

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    • Doch ich kenne solche Buchhandlung. Nein, eigentlich sogar zwei, beide in unserem kleinen Städtchen Neustadt in Holstein. Ich empfehle die Buchhandlungen „Buchstabe“. Einfach toll. Gute Beratung, gutes Sortiment, einfach Klasse.

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  4. „Der Buchhändler begeistert sich für ein ziemlich abseitiges Thema und hat dazu eine entsprechende Auswahl an Literatur.“
    ______
    genau: LINUX, OpenSource, notfalls sogar selbst als Verlag auftreten, Veranstaltungen dazu und immer ein offenes Ohr für Fragen der Kunden.
    ______
    Und manchmal verlässt der Kunde den Laden nur mit einer kostenlosen Lunux-DVS vom Buchhändler 🙂
    ______
    Auch online immer das richtige Buch. Jederzeit, portofrei via http://www.LOB.de
    ______
    Deutsche Bücher kosten überall das Gleiche: Buchpreisbindung. Unterstützt den lokalen Handel und unsere Buchkultur um die uns andere beneiden..

    Bernd, Buchhändler aus Berlin

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    • Lieber Herr Sommerfeld, danke für den Tip. Das wissen wir. solten wir nicht vielleicht mal unseren geschätzen Börsenverein nochmalls darauf hinweisen, dass es vielleicht mal gegeben wäre, den sogenannten Endkunden auf den gebundenen Ladenpreis hinzuweisen. Seit die Artikel über Hugendubels Entschlackung erschienen sind, habe ich zwar mehr Kunden, aber auch immer wieder die Frage, ob denn das Buch bei mir genausoviel kosten würde, wie bei Hugendubell.

      Haben Sie Kollegen, die das gleiche Problem haben? mailen Sie mir dochmal, bitte unter: p.meyerclason@t-online.de

      Beste Grüsse aus dem heissen München, Ihre
      Philine Meyer-Clason

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  5. Kaffee finde ich überflüssig – dafür habe ich sowieso keine Hand frei. Ich brauche auch kein Sofa. Wenn ich bei Hugendubel all die herumliegenden lesenden Menschen sehe, wundere ich mich. Ich lese dann lieber in Ruhe zu Hause. Das sind doch Nebensächlichkeiten!
    Und die Buchhandlung, die ich ohne ein Buch verlasse, muss wirklich grottenschlecht sein – als erfahrender Leser finde ich die guten Bücher i. d. R. zur Not auch alleine. Dazu muss man nur Zeit und Lust mitbringen. Wobei ich einer kompetenten Beratung natürlich nicht abgeneigt bin.
    Ich finde es viel wichtiger, dass eine Buchhandlung gut sortiert ist. Wenn ich vor einer Woche Band 1 eines Kinderbuchs erstanden habe, nun komme und aufgrund der großen Begeisterung des Kindes dringend Band 2 möchte, aber inzwischen weder Band 1 nachbestellt wurde, noch der letztens noch vorhandene Band 2 – dann bestelle ich nächstes Mal gleich bei Amazon. Oder wenn ich ein Geschenk für einen historisch interessierten Menschen suche, aber leider gibt es nur zwei Biographien von Obama und eine von Helmut Schmidt – das ist dann traurig. Einmal wollte ich ein Buch des aktuellen Nobelpreisträgers und bekam die Antwort: „Das liest hier sowieso niemand!“ Was soll ich in so einer Buchhandlung mit Kaffee und Sofa?

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  6. Ich habe auch vor einiger Zeit angefangen Buchhandlungen abzuchecken … bin noch immer auf der Suche nach der richtigen.

    Mir ist wichtig, dass die Buchhandlung groß genug ist, um sich zu bewegen und dass es schöne Klassiker gibt.
    Am liebsten wäre mir eine belesene alte Dame oder ein älterer Herr, der/die alles von Melville, Fitzgerald, Dickens und Proust kennen, immer eine Geschichte auf Lager hätten und richtig weise wirken.
    Kaffee finde ich auch gut.

    Aber ein abschätzender Blick – oder gar keine Bestsellerautoren auf Lager haben?
    Nein, das finde ich arrogant und intolerant. Ich brauche keine Ach-so-tollen-Individualisten, sondern Leute mit Leidenschaft und Herz … die die Bedürfnisse der Masse stillen und ihnen gleichzeitig Anregungen bieten und andere Dinge schmackhaft machen.

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  7. Aus meiner Erfahrung : eine gute Buchhandlung zeichnet sich dadurch aus, daß alle wichtigen Neuerscheinungen vorrätig sind. Und das ist anscheinend in Zeiten der Wirtschaftskrise, Kreditklemme etc. nicht mehr überall selbstverständlich. Von der Longlist zum Deutschen Buchpreis waren in meiner Stammbuchhadlung gerade einmal zwei Bände am Lager. Mein Hinweis, so etwas müsse doch da sein, wurde beantwortet : nur wenn ich mich verpflichten würde, alle abzunehmen…. Bei nicht – deutschsprachigen Autoren sah es ähnlich aus. (Meine Erfahrungen mit Filialisten waren übrigens auch nicht besser : viel uninteressante Massenware in mannshohen Stapeln, seltsame Nischenprodukte und nur wenig von dem, was – auch vom Feuilleton – als relevant eingeordnet würde. Lieber Bücher als Kaffee. Inzwischen freue ich mich, daß es Internet gibt.

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  8. „Die Antwort auf die Frage, welchen Autor der/die Buchhändler/–in empfehlen kann, lautet niemals Coelho/Kerkeling/Amelie Fried/ Gablé/Stephenie Meyer/Brown“ Sehr, sehr wichtig!

    “ Es gibt eine Ecke mit Sofas und guten Kaffee.“ Solche Buchhandlung will ich auch besuchen… =) Deshalb emigriere ich nach Deutschland…

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  9. Dichtung & Wahrheit in München, da wollte ich nur mal reinschauen und musste zwei prall gefüllte Tüten zurück nach Frankfurt nehmen, denn so viele schöne Bücher sieht man nur selten in einer Buchhandlung.

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  10. Bücher Christiansen in Ottensen! Frau Herbst ist die wunderbarste Buchhändlerin!

    Buchhandlung Schwanhäuser in Freiburg
    Dom Knigi, Puschkin – St. Petersburg (kein Kaffee, kein Sofa…)

    und geprägt wurde ich durch eine Buchhandlung in Wiesbaden, in der die nette Buchhändlerin mir 12jährigen Bücher vorschlag, „erwachsene“ Bücher, die sie mir zutraute…
    das gründete das Verlangen nach „meiner Buchhandlung“

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  11. Die „Île de Ré“ in Trier verlasse ich immer mit mindestens einem Buch und die Geschenktipps waren bisher alle Volltreffer.
    Kaffee trinken kann man auch nach dem Einkauf beim Lesen zu Hause…

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  12. Lengfeldsche Buchhandlung in Köln!
    Eine tolle Buchhandlung, die sozusagen „zweigeteilt“ ist, also zwei separate Räume hat, in einem finden sich die Klassiker in guter Sortierung und daneben die Belletristik und aktuelle Literatur. Auch das Schaufenster ist toll, man bekommt beim Vorbeigehen immer direkt neue Impulse und Ideen vorgezeigt!
    Kaffe gibts leider nicht, dafür ein wunderschönes altes Sofa und leise klassische Musik!

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  13. Genau so eine Buchhandlung kannte ich bzw. gehörte mir bis vor kurzem. Leider sind all diese Kriterien mit umsatzfördernd, geschweige denn gewinnbringend. Dann gibt’s nur noch eine Lösung – Schliessung!

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    • Die Kriterien sind natürlich nicht umsatzfördernd und nicht gewinnbringend – kleine Korrektur auf meine Antwort. Und die Schliessung bleibt die gleiche und einzige Lösung!

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  14. Buchhandlung Himmelheber in Heidelberg.
    Bei den Punkten fehlt noch: Ist das Zentrum eines umfangreichen Netzwerks – was Susanne Himmelheber mit ihrer Buchhandlung ist: Von den BücherFrauen über diverse Lesezirkel bis zum Heidelberger Friedensratschlag steht ihr Haus allen offen. Zusätzlich organisiert sie Kunstausstellungen, Lesungen etc. pp. Ein kulturelles Zentrum in der Heidelberger Altstadt!

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  15. Die Bücherkiste, Buchhandlung Schwarz, in Keitum/Sylt. Ehepaar Schwarz ist der Archetyp des Buchhändlers, wie er sein sollte. Und in der kleinen, völlig überladen wirkenden aber ausgezeichnet sortierten Buchhandlung kann man echte Raritäten finden. Frau Schwarz kennt sie alle! Und wem es dann noch nicht reicht, der geht in den Keller! Dort ist Herr Schwarz‘ Reich. Mein Sylt-Urlaub fängt immer erst an, wenn ich mich dort mit Büchern für den Rest des Jahres eingedeckt habe.

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  16. Ich weiß nicht, ob du diese TOP 10 wirklich ernst meinst… jedenfalls teilweise.
    Das blöde ist: Du hast Recht 😀
    Zu Punkt 8: Bei meiner Buchhandlung ist es so: Man wird NIE, aber auch wirklich NIE gefragt. Man muss schon auf die Leute zu gehen und direkt sagen was man haben will, dann klappt das.

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  17. […] Zehn Punkte, an denen man eine gute Buchhandlung erkennt « Hedoniker smoel.wordpress.com/2009/08/24/zehn-punkte-an-denen-man-eine-gute-buchhandlung-erkennt – view page – cached #Hedoniker RSS Feed Hedoniker » Kommentare-Feed zu Zehn Punkte, an denen man eine gute Buchhandlung erkennt Hedoniker Georges Perec: Das Leben. — From the page […]

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  18. Achja… aber eine Buchhandlung solls schon noch sein? Also ein Ort, der Bücher verkauft? In dem Fall ist den KommentatorInnen zuzustimmen, die die oben vorgestellten 10 Punkte als Schließungsgrund ausmachen (schade)… Aber geschlossen wärs wohl auch keine Buchhandlung mehr… ein Dilemma 😉
    Frage mich aber, warum so viele Menschen hier von der perfekten Buchhandlung träumen, wenns doch so viele gute Bücher gibt. Wie? Die werden auch weniger? Immer das Gleiche? Zwei, drei leicht verkaufbare Schemata? Und niemand meckert? Es iss aber auch ein ***…

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  19. In Buchhandlungsschaufenster schau ich ohnehin nie hinein – ich geh eh an keiner Buchhandlung vorbei, ohne nicht zumindest mal kurz reinzuschnuppern. Und wo es Kaffee gibt, gibt es auch immer Deppen, die ebenden verschütten, was in einem Buchladen doch recht prekär ist. Beim Rest stimme ich aber vollkommen zu.

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  20. Lese mir (noch) nicht alle Kommentare durch.

    Punkt 11: Sie kann Bücher beschaffen, die es offiziell nicht mehr gibt. Vergriffen ist vergriffen. aber selten absolut restlos. Erfordert einen Einsatz vom Buchhändler, der unbezahlbar ist. Und nicht bezahlt wird.

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  21. Sehe ich anders.

    Punkt 2:
    Täten das meine Buchhändler, hätte ich viele interessante Bücher nie kennengelernt und somit auch nicht gelesen.

    Punkt 4:
    Ein Buchhändler, der auf meinen Buchwunsch – und sei er noch so trivial – mit einem verächtlichen Blick reagiert, hat seinen Beruf verfehlt.
    So einer sieht mich kein zweites Mal in seinem Laden.

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  22. Ich empfehle die sympatische kleine Buchhandlung in der Markthalle in Berlin Kreuzberg. (Zossenerstraße, Ecke Bergmannstraße). Außerdem wird man im Kulturkaufhaus Dussmann in der Friedrichstraße einfach immer fündig, auch wenn das schon mehr als eine einfache Buchhandlung ist.

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  23. Die kleine von obigem Kommentar kann ich auch empfehlen, stand gestern zufällig wieder vor dem Schaufenster und wünschte mir, es wäre nicht nach acht! Außerdem, meine Libliengsbuchhandlung, bei der ich wußte, daß ich richtig bin, als ich kurz vor Ladenschluss hineinhuschte und fragte, ob sie mir noch ein Buch von Siri Hustvedt bestellen könnte, und sie nicht fragte, wer das sei, sondern: Welches möchten Sie denn? Und erstens alle vorrätig hatte, auch die Aufsatzsammlungen, und zweitens, das merkte ich beim Bezahlen, das Neueste neben der Ladentheke liegen hatte. Das kaufte ich dann noch zusätzlich, ohne es beabsichtigt zu haben.
    Die Buchhandlung ist in der Hans-Sachs-Straße in München.
    http://www.glockenbachbuchhandlung.de

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  24. ja, die guten buchhandlungen. schon als literaturstudent habe ich davon abgesehen, mich auf die suche zu machen. warum eine gute buchhandlung suchen, wenn es gute online-portale wie zvab.com gibt.

    ähnlich geht es mir heute: warum gute Zeitungen suchen, wenn es intelligente und geistreiche Blogs gibt:

    http://sportaktuell.wordpress.com

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    • In Bezug auf aktuelle Informationen und Meinungen von Bloggern kann ich da nur zustimmen. Trotzdem kann ich von Büchern nicht lassen. Es ist halt was Anderes, guten Lesestoff vor Ort zu finden. Analoge Medien haben nach wie vor ihren Reiz. Vor allem, wenn es um gebrauchte Bücher geht, die nicht mehr aufgelegt werden. So was zu finden, ist einmalig. Und mit gedrucktem Stoff kann man sich dann dezent in eine Ecke verkrümeln (Urlaub und Freizeit) und den Computer einen guten Mann sein lassen.

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  25. Für mich ist eine gute Buchhandlung auch die, die das Lesebuch zur longlist deutscher Buchpreis 09 hat, davon weiß und auch was der deutscher Buchpreis ist, bzw. es mir bestellt, auch wenn der Selbstkostenpreis bei einem Euro liegt und mich nicht unfreundlich stehen läßt, wenn ich danach frage. Zumindestens in Wien und in St. Pölten sieht es damit traurig aus, wie ich in den letzten Tagen erfahren mußte, siehe literaturgefluester.wordpress.com.
    Ansonsten gibt es in Wien die legendären Buchhandlungen Brigitte Salanda und Anna Jeller, zweitere ist schon in einigen Büchern beschrieben, z. B. in Thomas Glavinic „Das bin doch ich“, der ja jetzt wieder auf der longlist steht.

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  26. „Wenns nicht im Regal steht, ham wirs nicht“, diese Ausage höre ich zu Genüge bei meinen Streifzügen durch Buchhandlungen der verschiedensten Städte, nie aber in meiner Lieblingsbuchhandlung SCHWANHÄUSER in Freiburg. Wann immer ich mal wieder zuhause in Freiburg bin, schau ich dort hinein, finde viel zu viele Bücher die mich interessieren und setzt mich mit ihnen auf die herrliche Ledercouch, bekomme einen Kaffee serviert, der dazu noch ausnehmend gut schmeckt, oder einen Tee, den ich mir aus 10 verschiedenen Sorten auswählen kann. Was will man mehr? Dass die Buchhändlerinnen nicht nur fachkundig und aufmerksam sind, sondern mit der Zeit meine (Vor)Lieben kennen, ist natürlich ein weiteres Plus. Es müssen ja gar nicht alle 10 Punkte dieser Aufstellung erfüllt sein, zudem gibt es auch noch andere Kriterien. Ich weiß ja, dass gerade individuelle Buchhandlungen auch sehr unter finanziellem Druck stehen und sich nicht unbedingt eine „Inuit-Bibliothek“ hinstellen können. Aber bei Schwanhäuser fühle ich mich einfach wohl und gut betreut.
    Mir können die großen und kleinen Ketten gestohlen bleiben, die vielleicht sogar glauben, sie würde die Literatur befördern wenn sie die Bücher in Stapeln auf dem Boden plazieren. Ich habe eine kleine aber feine Buchhandlung in meiner Heimatstadt Freiburg, und das ist gut so!

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  27. Eine der schönsten Buchhandlungen genannt Libretto befindet sich in dem kleinen Städtchen Neustadt Aisch in Franken. Nicht nur die fantastisch dekorierten Schaufenster laden ein. Ein ausgesprochen kompetenter Service was Literaturwünsche abelangt. Betsens geschultes Personal und ein gutes und vieflältiges Sortiment. Ein Kleinod unter Buchhandlungen.

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  28. Also das Buhhaus CAMPE in Nürnberg (jetzt Thalia) bezaubert mich immer wieder mit seinen Inszenierungen. Obwohl das Haus eigentlich riesig ist, gibt es viele Ecken zum „Zurückziehen“ und Buchhändler, die einfach Bescheid wissen. Muß man einfach besuchen, wenn man in Nürnberg ist.

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  29. Thalia.de? Die Filiale in Nürnberg kenn ich nicht. Aber so nen McBuch doch gar keine gute Buchhandlung sein, viel zu einseitig. Die haben doch ausser Bestsellern nur das Zeug von Verlagen, die denen die besten Rabatte geben. RandomHouse und Konsorten.

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  30. Noch ein Vorschlag: In einer guten Buchhandlung sollte man niemals nach einer kurzen Recherche nach dem zu bestellenden Buch hören müsssen: „Ich finde es nicht. bestellen Sie es doch bei Amazon.“ – auch nicht von einem Azubi 😉

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    • Treffend. Nix gegen Amazon, bin Stammkunde, aber wenn ich Ladeninhaber (Ausbilder) wäre, könnte ich darin wohl einen Grund sehen, mit der Kündigung des Ausbildungsvertrages zu drohen, sollte sich das trotz Ermahnung wiederholen. Ist Dir das denn tatsächlich passiert?

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  31. Sternverlag Buchhaus Antiquariat, Düsseldorf
    http://www.buchhaus-sternverlag.de

    Diese Buchhandlung führte eine bereits eine stattliche Kollektion Mangas, als weder Buchhandlungen noch Bibliotheken dieses Wort überhaupt kannten.
    Eine sehr gepflegte Comic-Sammlung findet auch heute noch ein junges Publikum und lässt Sammlerherzen höherschlagen.
    Stern besitzt eine außergewöhnliche englischsprachige Abteilung, die nicht nur Chicklit und ähnlichen Käse bietet, sondern eine Bandbreite, die auch verwöhnten Engländern und US-Lesern große Freude bereitet.
    In der Frankreich-Ecke findet man neben den aktuellen Charts z.B. Simenons pre-Maigrets und ähnliche Leckerbissen – wie exquisite Kochbücher.
    Die EDV-Abteilung wird seit vielen Jahren von einem sachkundigen, freundlichen Nerd betreut. Da bleiben keine Fragen offen. Die aktuelle EDV-Literatur ist aber auch so gut geordnet und beschriftet, dass man sich notfalls selbständig zurechtfindet.
    Eine Klasse-Buchhandlung, der man trotz der schlechten Verkehrsverbindung die Treue halten sollte. Auch in Düsseldorf nehmen die Mayerschen Factory-Outlets überhand.

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    • Die Auswahl vom Sternverlag in Neuss erschlägt mich immer wieder. Mein Erstkontakt mit dem Sternverlag werde ich nie vergessen. Ich suchte „irgendein“ englischsprachiges ScienceFiction. Ziemlich entäuscht wandte ich mich an die junge Dame, die bei den SF beriet. Die schickte mich nicht nur irgendwohin, sondern führte mich durch die Etagen zu der Abteilung englischsprachiger Bücher und ÜBERGAB mich und mein Wunsch an eine ältere Kollegin. Das allein war schon außergewöhnlich. Dann sprach ich auch noch mit der alten Dame über alle möglichen Klassiker und Aktuelles der SF. Jetzt wisse sie ungefähr, was mir gefällt und sie empfahl mir auch gleich einige der Neuerscheinungen aus USA. Sie hatte die alle schon gelesen. Ich war es aus Ulm gewohnt, da max. 10 englischsprachige SF zu finden. Aber hier standen gleich mehrere REGALE voll. Ähnlich erging es mir auch bei anderen Sachgebieten. Erwähneswert ist noch die Kinderbuchabteilung. Die ist größer als manche Buchhandlung. Sicher sagt Quantität über Qualität wenig aus. Aber auch dort kennen sich die Angestellten aus. Wir benötigen IMMER eine große Tragtasche, wenn wir die Hallen des Sternverlags verlassen 😉

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  32. In Wiesbaden am unteren Ende Ende der Wilhelmstraße war/ist? eine tolle Buchhandlung.
    Ich bin auch schon von Frankfurt zur Meyerschen nach Köln gefahren, um den Buchverkäufern von Hugendubel Ffm zu entgehen.
    Jetzt in Potsdam schickt mich die Buchverkäuferin in den 1. Stock, als ich nach DDR-Literatur frage. Der junge Mann oben schickt mich wieder hinunter: “ Wir haben unten einen Büchertisch dazu!“

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  33. jup, so eine kenn ich: Das Löwenherz in Wien. Ich liebe diesen Laden. Ich führe immer herrliche Gespräche mit den Buchhändlern über die Bücher, die ich gelesen habe, die, die mich schon immer mal interessiert haben, was mir gefiel und was nicht. Und das schöne ist: Sie kennen wirklich jedes Buch – sie können mir zu jedem etwas erzählen, sagen, ob es ähnlich ist, wie das, von dem ich gerade gesprochen habe etc.

    Ich habe schon oft tolle Entdeckungen dort gemacht! Spitzenladen!

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