Marcel Reich-Ranicki und der Fernsehpreis


 

Er hat ihn nicht angenommen, er hat das Niveau des deutschen Fernsehens beklagt und er hat recht. Und natürlich stimmen jetzt alle Bedenkenträger wieder in den Singsang vom Untergang des Abendlandes ein, reden davon, dass das Öffentlich-Rechtliche seinem Bildungsauftrag nicht mehr gerecht wird und sowieso früher alles besser war. Und in einigen Punkten liegen auch die Bedenkenträger nicht vollkommen daneben. Gern vergessen wird aber folgendes:

Wie hoch ist denn der tatsächliche Bedarf an „gutem“ Fernsehen? Es gibt sie ja, die Qualitätsinseln im Programm, auch wenn diese sich häufig (und da hat MRR recht) auf Arte, nicht ganz so häufig auf 3sat und seltener in ARD und ZDF finden. Es wird immer viel geredet über Qualitätsfernsehen, aber wie hoch ist denn die Einschaltquote von „Kulturzeit“ (im Vergleich zum parallel laufenden „Perfekten Dinner“) , wie viele Menschen gucken denn tatsächlich regelmäßig Arte?
Es steht doch jedem frei, sich aus dem Programm die Perlen rauszupicken und zu sehen. Man kann seine Fernbedienung auch so programmieren, dass RTL2 nicht vor Arte liegt und der Aufwand, 3sat einzuschalten ist nicht höher als der, RTL einzuschalten. Mitunter erinnern mich derartige Diskussion an das häufig gehörte „Ich würde ja gern mehr lesen, ich hab aber keine Zeit dazu.“ – faule Ausreden.
Ist wie mit dem Verschwinden der Tante Emma -Läden, hätten diejenigen, die heute deren verschwinden beklagen, früher häufiger dort eingekauft, dann gäbe es sie heute noch.

Dazu auch PR Blogger Bastian Pastewka auf fernsehlexikon.de Spreeblick und Nerdcore

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