Von Menschen und Schafen – Gerbrand Bakker: Oben ist es still


Helmer van Wonderen krempelt sein Leben um. Sein bettlägeriger Vater, der mit seinem Despotismus die ganze Familie kontrolliert hat, muss ins Dachgeschoss umsiedeln, die Räume im Untergeschoss werden renoviert und neu eingerichtet. Helmer, über 50, nimmt sein Leben in die Hand. Er hatte es schon einmal versucht, damals, als sein um ein paar Sekunden jüngerer Zwillingsbruder Henk den väterlichen Bauernhof übernahm, weil es der tyrannische Vater so bestimmte.

Ein Roman, der ohne dramatische Höhen auskommt, die Erzählung bewegt sich gemächlich, wie die Ruderer auf dem Kanal, der an Helmers Hof vorbeiführt. Ein unaufgeregtes Buch und ein großes Lesevergnügen.

Ausführlich bei Glanz & Elend

„Oben ist es still“ ist bei Suhrkamp erschienen.

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Shortlist Deutscher Buchpreis


Diese sechs Titel haben sich durchgesetzt:

Dietmar Dath: Die Abschaffung der Arten (Suhrkamp)

Sherko Fatah: Das dunkle Schiff (Jung und Jung)

Iris Hanika: Treffen sich zwei (Droschl)

Rolf Lappert: Nach Hause schwimmen (Hanser)

Ingo Schulze: Adam und Evelyn (Berlin Verlag)

Uwe Tellkamp: Der Turm (Suhrkamp)

Die Tipps dürfen ab jetzt abgegeben werden.

Vier Stimmen und die Suche nach Glück.


Andrea Levy: Eine englische Art von Glück

Vier Stimmen, die zwei Paaren gehören, erzählen in diesem Roman von Hoffnung, Liebe, Armut, Krieg und Rassismus. Gilbert und Hortense sind im Jahr 1948 von Jamaika nach London gezogen. Sie beziehen eine heruntergekommenes Zimmer im Haus von Queenie, einer attraktiven Engländerin. Deren Mann Bernard ist fast drei Jahre nach Kriegsende immer noch verschollen, aus seinem Einsatz in Indien ist er bisher nicht zurückgekehrt. Beide Paare verbindet zu diesem Zeitpunkt keine Liebe. Hortense heiratete Gilbert, der bei der Royal Air Force diente, lieh ihm Geld für die Reise nach England, damit er sie nachhole. Ihr Traum ist es, in England als Lehrerin zu arbeiten, in Jamaika hat sie eine Ausbildung am Leherausbildungscollege in Constant Spring absolviert. Insgeheim hofft sie auch, eine Spur von ihrer Jugendliebe Michael, der im Krieg in der RAF kämpfte und verschollen ist, zu finden. Stolz ist sie auf „Vier Stimmen und die Suche nach Glück.“ weiterlesen

Longlist für den Deutschen Buchpreis – Peter Handke will runter


„Die morawische Nacht“ war nominiert, Handke will aber nicht. Den Heine-Preis wollte er 2006 auch nicht, die Verleihung stieß damals auf heftige Kritik. Diesmal ist sein vorsorglicher Verzicht anders motiviert. Er tritt zugunsten der anderen Nominierten zurück, „vor allem der jüngeren“. Der Handke wird doch nicht noch sympathisch auf seine alten Tage? Oder wollte er einfach nur Martin Walser in Zugzwang bringen? Man weiß es nicht.

Kann das mal jemand für mich lesen?


Ich hab ihn gestern bei Beckmann (ja, ich hab gestern Beckmann geguckt) gesehen, den Declan Hill, der mit seiner Fußballmanipulationsgeschichte zur Zeit mächtig für Wirbel sorgt. Und der Declan Hill, der war, wie soll ich das sagen, sympathisch wie Fußpilz. Und Beweise hat er auch nicht präsentiert. Und darum „Kann das mal jemand für mich lesen?“ weiterlesen