Von Augsburg nach Zürich über das Scheißkaff. Peter Hein: Geht so


Peter Hein (der Peter Hein von Fehlfarben) ist als Flaneur unterwegs, unterwegs abseits touristischer Pfade, mitunter auch auf den Pfaden, aber eher selten. Ziellos erkundet er Orte, die mal exotisch sind (Aschaffenburg oder Bad Salzungen), mal mittelmäßig bekannt (Berlin, Hamburg) oder auch überall sein können (Scheißkaff oder Irgendeine). Den Blick auf das Nebensächliche, das Abseitige gerichtet, im Versuch, drohender Unterhopfung entgegenzuwirken, sind Heins Wegbeschreibungen mal pauschal wertend, mal liebevoll, mal angewidert, erstaunt, gelangweilt – aber nie langweilig. So hat Augsburg „irgendwo einen amtlichen Dom, Name entfallen“, Alte Meister, „Ein paar Flamen, also Gemüse und Häfen“, Brecht, dessen Spuren unbeachtet bleiben und vor allem eine beachtliche lokale Brauereiszene. Insgesamt also „eine rundum angenehme Überraschung“, dieses Augsburg. Mitunter sind Städte auch nur Schein, in Zürich morgens festgestellt, dass „man doch Luzern – oder was auch immer- mit Zürich verwechselt“ hat und das berühmte Verkehrshaus auf einen Besuch noch warten muss. Und auch zu Berlin fällt Hein nur eine Aufzählung der Clubs ein, in denen er irgendwann mal gespielt hat. Interessanter sind da die Un-Orte, Industriegebiete, Vorstädte, die austauschbaren Innenstädte und die Erkenntnis, dass alles noch viel schlimmer sein könnte.
Erschienen im Lilienfeld Verlag

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