Kleiner Wunsch mit großen Konsequenzen


Andrea Camilleri: Der unschickliche Antrag

Filippo Gennuardi, Holzhändler aus der sizilianischen Provinz Montelusa, ein dem Fortschritt zugewandter Mensch, möchte ein Telephon. Der Grund ist ganz simpel: Er hat ein Verhältnis mit der jungen Frau seines Schwiegervaters und möchte seine Verabredungen zum Schäferstündchen unkompliziert treffen. Im Jahr 1891 ist ein Telephonanschluss allerdings keine Selbstverständlichkeit, der Antrag wird misstrauisch aufgenommen, subversive Hintergründe werden vermutet.

Der Amtsschimmel wiehert, die Mühlen der Bürokratie mahlen und sie mahlen langsam, sehr langsam. Gennuardi ist ein ungeduldiger Mann, gut, dass es immer jemanden gibt, der einem einen Gefallen schuldet und dem wiederum jemand einen Gefallen schuldet und dem wiederum …

Bald ist die halbe Provinz, inklusive Polizei, „Kleiner Wunsch mit großen Konsequenzen“ weiterlesen

Luftblasen im Wirtschaftswunder – Rudolf Lorenzen: Die Beutelschneider


Eine schonungslose und dabei tragisch-komische Abrechnung mit dem Wirtschaftswunderland Bundesrepublik der 50er Jahre.

Bruno Sawatzki ist Geschäftsführer einer kleinen Werbeagentur am Bodensee, deren wichtigster Kunde der Schmelzstoff-Verband ist. Gottfried Gockel, der Inhaber der Agentur, sorgt mit einer monatlichen Schmiergeldzahlung dafür, dass der Kunde bei der Stange bleibt. Im Privatleben ist er in zweiter Ehe mit einer jungen, in der Ehe dick gewordenen Verkäuferin verheiratet, die ihn mit einem Jüngeren und die er mit seiner Sekretärin betrügt. Ein aufgeblasener Kleinbürger und substanzloser „Luftblasen im Wirtschaftswunder – Rudolf Lorenzen: Die Beutelschneider“ weiterlesen