14 Uhr: Öffentliche Zerstörung eines Radios!


Ruppe Koselleck, Aktionskünstler aus München Münster, will heute, 14 Uhr, ein Radio auf dem Domplatz in Münster öffentlich zerstören, so berichtet Telepolis. Dabei handelt es sich nicht um sein eigenes Radio, sondern um das des Herrn Dr. Billy Baypack. Billy Baypack ist eine nichtexistierende Kunstfigur, die Koselleck 2005 geschaffen hat. Als Anspielung auf die Payback-Karte trug er den Namen Baypack dort und auf vier weiteren Internetseiten ein: bei McDonalds, Beate Uhse, Happy Digits und Rewe. Erwartungsgemäß bekam Billy Baypack innerhalb kürzester Zeit den üblichen Werbekrempel, nachdem Baypack noch einen Doktortitel verpasst bekam, auch von Banken, mit Kreditangeboten.

Am 17. November 2005 bekam Dr. Billy Baypack, der nirgends behördlich gemeldet ist, Post von der GEZ, mit der Aufforderung, seine Rundfunkgeräte ordnungsgemäß anzumelden. Koselleck, der auch schon mal BP feindlich übernehmen wollte, meldete Baypack daraufhin an, in Ermangelung eines Baypackschen Kontos beglich er die Gebühren (für ein Radio) bar und in kleinen Münzen. Die Zahlungen kürzte er kurz darauf und begründete dies damit, dass ihm das Programm nicht mehr gefiele. Es folgten Mahnungen seitens der GEZ und eine formelle Kündigung seitens Dr. Baypack, der eine abgebrochene Radioantenne beigelegt wurde. Mitunter beweist ja auch die GEZ Humor (vielleicht auch nur aus purem Zufall), sie antwortete nämlich, dass die Kündigung nicht akzeptiert würde, da er ja weiterhin einEmpfangsgerät besitze, nun allerdings eines mit schlechtem Empfang.

Deshalb ist für heute die öffentliche Zerstörung des Radios angekündigt. Dieses wird dann der GEZ zugestellt. Allerdings nicht direkt, sondern über die AZ Direkt GmbH, von der Koselleck vermutet, dass sie die Daten von Dr. Billy Baycheck an die GEZ verkauft hat und deshalb auch die Weiterleitung von anderen Informationen via AZ Direkt GmbH funktionieren müsste. Die GEZ hat auf Nachfrage von Koselleck nicht bekanntgegeben, woher sie die Daten hat, allerdings betonte sie, dass alles gemäß den Datenschutzbestimmungen geschehen sei. Okay, vermutlich ist auch die Aufforderung an einen Hund, seine Empfangsgeräte anzumelden, gemäß den Datenschutzbestimmungen gewesen, warum sollte die GEZ im Fall Dr. Billy Baycheck da unkorrekt gehandelt haben?

Positiv wertet Koselleck aber, dass die GEZ Dr. Baycheck, der sich ja illegal, weil nicht gemeldet, in Deutschland aufhält, nicht an die Ausländerbehörde oder die Polizei verraten hat, bei der Weitergabe scheint die Behörde also möglicherweise den Datenschutz etwas ernster zu nehmen, als bei der Beschaffung. Andererseits wäre die Abschiebung von Billy Baypack natürlich auch der Verlust eines Gebührenzahlers – was offenbar nicht im Interesse der zentralen Einnahmestelle liegt.

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