Meine Bücher des Jahres 2007


Nicht alle in diesem Jahr erschienen, aber alle in diesem Jahr gelesen:

1. Georges Perec: Das Leben. Gebrauchsanweisung

2. Raymond Queneau: Zazie in der Metro

3. Sybille Bedford: Treibsand. Erinnerungen einer Europäerin

3. Walter Moers: Der Schrecksenmeister

4. Raymond Queneau: Das intime Tagebuch der Sally Mara „Meine Bücher des Jahres 2007“ weiterlesen

Advertisements

14 Uhr: Öffentliche Zerstörung eines Radios!


Ruppe Koselleck, Aktionskünstler aus München Münster, will heute, 14 Uhr, ein Radio auf dem Domplatz in Münster öffentlich zerstören, so berichtet Telepolis. Dabei handelt es sich nicht um sein eigenes Radio, sondern um das des Herrn Dr. Billy Baypack. Billy Baypack ist eine nichtexistierende Kunstfigur, die Koselleck 2005 geschaffen hat. Als Anspielung auf die Payback-Karte trug er den Namen Baypack dort und auf vier weiteren Internetseiten ein: bei McDonalds, Beate Uhse, Happy Digits und Rewe. Erwartungsgemäß bekam Billy Baypack innerhalb kürzester Zeit „14 Uhr: Öffentliche Zerstörung eines Radios!“ weiterlesen

Wort und Unwort des Jahres in Österreich


Nachdem Deutschland mit der Klimakatastrophe als Wort des Jahres vorgelegt hat, ist nun auch in Österreich das Wort des Jahres gewählt. Der Sieger ist: der Bundestrojaner. Das Wort verweise in knapper Form und zugleich auf pointierte Weise auf aktuelle Entwicklungen, die äußerst umstritten sind, so die Begründung der Jury. Auf dem zweiten Platz landete gruscheln, gefolgt von der Raucheroase (was ja irgendwie netter klingt als die drittplatzierte Raucherkneipe der deutschen Wahl). Bundestrojaner ist „Wort und Unwort des Jahres in Österreich“ weiterlesen

Terry Pratchett an Alzheimer erkrankt


Terry Pratchett teilt auf der Webseite seines Illustrators Paul Kidby mit, dass bei ihm eine seltene Form von früh beginnender Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wurde. Die Krankheit steht im Zusammenhang mit dem Schlaganfall, den er vor einiger Zeit erlitten hat. Pratchett selber gibt sich optimistisch, Frankly, I would prefer „Terry Pratchett an Alzheimer erkrankt“ weiterlesen

FAZ verkauft Nutzungsrechte zur Wiederveröffentlichung, die sie offenbar nicht besitzt


Ein kleiner Nachtrag zum Streit mit Perlentaucher.

Perlentaucher hat recherchiert, dass die FAZ die Nutzungsrechte zur Wiederveröffentlichung an der Nobelpreisrede von Günter Grass über faz-archiv.de verkauft. Ausschlaggebend für das zu entrichtende Nutzungsentgelt sind die Mediendaten der entsprechenden Seiten, im Fall Perlentaucher monatlich 265 EUR. Und alles unter der Copyrightangabe (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main. Nun ist es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass die FAZ sich die Nutzungs- und Abdruckrechte bezahlen lässt, wenn, ja wenn sie diese besitzen würde. Im Fall der Nobelpreisrede ist sie aber offenbar nicht „FAZ verkauft Nutzungsrechte zur Wiederveröffentlichung, die sie offenbar nicht besitzt“ weiterlesen

FAZ/SZ vs. Perlentaucher – ein Streit um Urheberrechte II


Perlentaucher gewinnt auch in zweiter Instanz gegen die SZ und die FAZ. Das OLG Frankfurt hat die Klage zurückgewiesen. Aus der Begründung:
„ein generelles Verbot von Abstracts könne schon deshalb nicht ausgesprochen werden, weil die öffentliche Beschreibung des Inhalts eines Werkes nach dessen Veröffentlichung grundsätzlich jedermann zustehe, soweit es sich dabei nicht um eine unzulässige Bearbeitung des Originals, hier also der Originalrezension, handele.“

Ob die Kläger in Berufung gehen, bleibt abzuwarten, beide Seiten hatten im Vorfeld angekündigt, eine endgültige juristische Klärung erreichen zu wollen.

Die Nobelpreisrede der Doris Lessing


Man könnte es kurz machen und die Rede wie folgt zusammenfassen:

Auf der einen Seite der reiche Norden, der in seinem Überfluss keinen (oder wenig) Gebrauch mehr von Büchern und Bibliotheken macht, in der das Internet eine ganze Generation mit seinen Belanglosigkeiten verführt hat, sodass selbst einigermaßen vernünftige Leute zugeben, dass man sich nur schwer losreißen kann, wenn man einmal süchtig ist, und es sein kann, dass auf einmal ein ganzer Tag mit Bloggen und Bluggen und so weiter vergangen ist.

Auf der anderen Afrika, voller Bildungshunger, aber ohne Bücher und Bibliotheken.

Machen wir es aber „Die Nobelpreisrede der Doris Lessing“ weiterlesen

Klimakatastrophe ist der Nachfolger der Fanmeile


Dieser Ausdruck kennzeichnet prägnant die bedrohliche Entwicklung, die der Klimawandel nimmt.

Mit dieser Begründung kürt die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort des Jahres 2007. Pech für Herdprämie und Raucherkneipe, die auf den Plätze 2 und 3 landeten. Die Herdprämie hat aber noch die Chance auf einen Titel, bei der Suche nach dem Unwort des Jahres liegt sie gut im Rennen. Klimakatastrophe löst damit die Fanmeile ab, die 2006 auf dem Siegerpodest landete. Alle drei Worte stehen ja dann auch in einem engen Zusammenhang. Durch die Herdprämie wird gewürdigt, dass ökologisch belastende Fahrten zum Arbeitsplatz verhindert werden (=gut gegen Klimakatastrophe), durch den Rückgang der Raucherkneipen und dem vermehrten Aufkommen der Heizpilze (=gut für Klimakatastrophe) wird diese Entlastung allerdings wieder aufgezehrt.

Auf den weiteren Plätzen folgten:

4. arm durch Arbeit 5. Dopingbeichte 6. Lustreisen 7. Second Life 8. Bundestrojaner 9. spritdurstig 10. Alles wird Knut