Der größte Bau der Welt – ein Grabmal für die Menschheit


 

Die Cheops-Pyramide in Gizeh ist 147 Meter hoch und besteht aus ca. 2,5 Millionen Quadern. Errichtet wurde sie als Grabmal für einen einzigen Menschen.

Was aber, wenn man ein Bauwerk schafft, dass der gesamten Menschheit als Grabstätte dienen kann?

Mit dieser Frage beschäftig sich das Projekt „Die große Pyramide – ein Denkmal für uns alle.“

 

Die Idee:

In den meisten Kulturen ist der Tod verbunden mit dem Wunsch, einen Ort zu finden, an dem den Toten gedacht werden kann.

Geschaffen werden soll ein Ort, an dem jedem Menschen gedacht werden kann, unabhängig von trennenden Faktoren wie Religion oder gesellschaftlicher Stand, ein egalitärer Erinnerungsort.

Bestattet werden soll in Urnen, eingelassen in Betonquadern, deren Maß: je 1×1×2,5 Meter, nach 1000 Bestattungen wäre eine Höhe von 12 Metern erreicht, bei einer Million Bestattungen hätte die Große Pyramide fast die Höher der Cheops-Pyramide erreicht. Bei 100 Millionen Bestattungen hätte die Pyramide eine Höhe von 580 Metern bei einer Kantenlänge von 870 Metern. Wenn sich ein Prozent der Weltbevölkerung für die Bestattung in der Pyramide entscheidet, wäre die Höhe von 580 Metern nach 17 Jahren erreicht.

Jeder einzelne hat auch die Möglichkeit, sich unabhängig von einer Bestattung einen Erinnerungsstein setzen zu lassen, dessen Gestaltung keinen Vorgaben unterliegt.

 

Der Standort:

Auserkoren wurde Streetz, eine Gemeinde im Kreis Dessau-Roßlau, Sachsen-Anhalt.

Idealer Standort aus mehreren Gründen. Zum einen sehen die Initiatoren das Projekt als ein geeignetes Mittel, den brachliegenden Standort Anhalt neu zu beleben, der aufgrund seiner günstigen Infrastruktur für ein derartiges Vorhaben bestens geeignet ist.

Zum anderen entstand in Dessau einer der ersten Friedhöfe, der nicht um eine Kirche angelegt wurde und der, ganz im Gedanken der Aufklärung, allen christlichen Konfessionen offen stand.

Das zentrale Begräbnisfeld war in den ersten 50 Jahren frei von Grabmalen, Rangunterschiede wurden verwischt. Hölderlin äußerte über den Neuen Begräbnisplatz (heute Historischer Friedhof): Es liegt wirklich recht viel Menschlichkeit und Schönheit in der Idee, die da ausgeführt ist.

Die Streetzer selber zeigen sich allerdings wenig begeistert von dieser Idee.

 

Der Wettbewerb:

Der Förderkreis Freunde der Großen Pyramide e.V. hat einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben, an dem 5 Architekturbüros teilnehmen, unter anderem

ArquitectonicaGEO, Miami und New York

und Atelier Bow-Wow, Tokio

 

In der Jury des Wettbewerbs sitzen neben Mitinitator Ingo Niermann

Stefano Boeri, Herausgeber von Abitare ,

Omar Akbar, Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau

Miuccia Prada, Designerin.

Vorsitzender der Jury ist der holländische Architekt Rem Koolhaas

Die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs werden im Frühjahr 2008 veröffentlicht.

 

Es steht in den Sternen, ob „Die große Pyramide“ jemals geschaffen wird, der Förderkreis hat sich dies zur Aufgabe gemacht, bisher haben sich über 350 Menschen eine Ruhestätte reserviert, die Reservierungen kommen aus allen bewohnten Kontinenten.

 

Links:

Seite des Der Förderkreis Freunde der Großen Pyramide e.V.

Interview mit Ingo Niermann

Interview mit Jens Thiel (Vorsitzender des Freunde der Großen Pyramide e.V)

Vortrag von Jens Thiel auf dem Futurologischen Kongress des Westfälischen Kunstvereins

 Nachtrag 23.11.2007

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau ist zu diesem Thema ein Artikel von Harry Nutt erschienen:

1. Teil

2. Teil 


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