Wirklich schlecht und absolut großartig. Stewart Home „Blow Job“


In London fliegt während einer Kundgebung neonazistischer Gruppierungen ein faschistisches Ehrenmal in die Luft. Des Anschlags verdächtigt wird Swift Nick Carter, ehemaliger Anführer der Class Justice, einer anarchistischen Gruppierung, der sich in eine Naziorganisation eingeschleust hat, um genau dies zu verhindern.

Dies ist der Auftakt zur Jagd auf Nick Carter und zu einer Schlacht im Namen des Klassenkampfs, wie sie die Literatur noch nicht erlebt hat.

Es treten an:

Trotzkisten, Faschisten, Sozialisten, Skinheads, schwule Nazis, rassistische Sektenführer, militante Feministinnen, Punks, Anarchisten, brutale Bullen – und alle sind damit beschäftigt, sich gegenseitig die Fresse zu polieren oder gleich endgültig zu beseitigen. Es werden Allianzen geschmiedet, die Seiten gewechselt, Heteros werden schwul, Feministinnen töten jeden Mann, der ihnen in die Quere kommt, ein Arbeitsloser beseitigt führende Industrielle und die krudesten politischen Theorien werden ausgetauscht.

Im Zentrum des Romans von Stewart Home steht die Jagd auf Nick Carter und besonders intensiv sucht die White Seed Of Christ nach ihm, die hat noch etwas spezielles mit Nick Carter vor. Sein arischer Samen soll nämlich nicht verloren gehen, deshalb werden drei Jungfrauen ausgesandt, um eben diesen Samen zu empfangen und, danach, Carter in die Hölle zu schicken.

Auf der Suche nach Carter bedienen die drei sich einer etwas ungewöhnlichen Methode, um an Informationen zu seinem Aufenthaltsort zu kommen, ihr Meister erteilt den Auftrag, eine Menge Anarchistenschwänze zu lutschen, damit die männlichen, mit Endorphin überschwemmten Gehirne die gewünschte Information preisgeben.

Und die drei Jungfrauen nehmen ihren Auftrag ernst.

Aber auch Nick Carter hat seine Methoden, die Rechten und konkurrierende linke Gruppen auszuschalten und irgendwann kommt man mit dem Leichenzählen gar nicht mehr hinterher.

 

Das alles klingt nach einem ziemlich miesen Schundroman. Home schert sich nicht um Political Correctness, der Roman ist Pulp Fiction, „Blow Job“ ist ein Mix aus Sex und Gewalt, aus radikalen politischen Theorien und aus Stereotypen – also aus allem, was einen schlechten Roman ausmacht.

Ich hab mich prächtig amüsiert!

 

„Blow Job“, Stewart Home, erschienen bei Edition Nautilus

http://www.edition-nautilus.de/proc.php

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s