Stephen Fry: Geschichte machen


Der Geschichtsstudent Michael Young stößt in Cambridge zufällig mit dem Physiker Leo Zuckermann zusammen. Young hat gerade seine Doktorarbeit über die Jugend Adolf Hitlers beendet. In Gesprächen eröffnet ihm Zuckermann, dass er eine Maschine entwickelt habe, die Reisen in der Zeit ermöglicht. Beide entwickeln einen Plan: Was wäre, wenn Adolf Hitler nie das Licht der Welt erblickt hätte?
Auf wundersame Weise gelingt es ihnen, in das Jahr 1888 nach Braunau zu reisen und den Brunnen, aus dem Familie Hitler Wasser holt, mit einem unfruchtbar machenden Mittel zu vergiften.
Wird damit das Dritte Reich ungeschehen gemacht?
Zurück in der Gegenwart ist plötzlich alles anders. Michael ist nicht mehr Student in Cambridge, er findet sich in Princeton wieder und teilt sich ein Zimmer mit Steve. Dieser verneint die Frage, ob er jemals etwas von einem Adolf Hitler gehört habe.
Michael Young ist hocherfreut darüber, dass es offenbar gelungen ist, Hitler und die Nazis nie passieren zu lassen. An dieser Stelle wird er aber mit der Bemerkung unterbrochen, dass der Name Hitler zwar unbekannt ist, aber niemand ernsthaft behaupten könne, nie etwas von den Nazis gehört zu haben. Steve zählt ihm die Nazigrößen auf: Goebbels, Himmler und natürlich der Führer Rudolf Gloder.
Der Roman teilt sich hier in zwei Stränge, in einem wird der Werdegang Gloders geschildert, im zweiten die Versuche Youngs, zu recherchieren, wie sich die Geschichte entwickelt hat. Um an dieser Stelle nicht die Spannung zu nehmen, verzichte ich auf weitere Ausführungen, nur soviel sei gesagt: irgendwie wurde alles anders aber schlimmer.
Young muss sich auf die Suche nach Zuckermann begeben, um dass Geschehene wieder rückgängig zu machen, verliebt sich in seinen Zimmergenossen Steve, was durch den Umstand erschwert wird, dass Homosexualität in den (fiktiven) USA unter Strafe steht und kommt in Konflikt mit dem Geheimdienst.
„Geschichte machen“ ist ein Unterhaltungsroman par excellence. Fry mixt einen Cocktail aus den Elementen, die einen Roman zu einem Schmöker machen, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte, bis man die letzte Seite erreicht hat,
spannend und komisch zugleich.
Stephen Fry ist ein Multitalent. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit (auch seine Romane „Der Sterne Tennisbälle“, eine Adaption des ‚Graf von Monte Christo‘ Themas und „Das Nilpferd“ ein sehr skurriler Krimi sind unbedingt empfehlenswert) ist er auch ein erfolgreicher Schauspieler (u.a. „Gosford Park“, „V wie Vendetta“ oder „Oscar Wilde“), Sprecher (er liest die Originalversion von Harry Potter) und Komödiant (u.a. „Black Adder“ mit Rowan Atkinson und „Jeeves & Wooster“, basierend auf den Jeeves-Romanen des von ihm sehr verehrten P.G. Wodehouse).
2003 wurde er zu den „50 Funniest Acts in British Comedy“ gezählt.
„Geschichte machen“ ist bei Aufbau erschienen.

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