Frühling


Ich will endlich wieder bei 20 Grad im Straßencafe sitzen und mir neben einer Mutter mit Kind eine Zigarette anzünden. Und auf ihren empörten Blick will ich wieder freundlich lächelnd auf den schönen Nichtrauchbereich hinweisen. Innen. Und auf ihre Bemerkung, dass das ja total rücksichtslos dem Kind gegenüber sei, will ich wieder antworten, dass dies nicht stimme, denn sonst hätte mir das Kind das ja gesagt, es sein denn, es wäre ein besonders dummes Kind, dass sich nicht selber äußern kann, aber ich glaube, dumm ist nicht das Kind und überhaupt hätte sich noch nie ein Kind über eine angezündete Zigarette beschwert. Dann wird sie wütend und geht, ich bin fröhlich und zünde mir die nächste Zigarette an. Ach Frühling, beeil dich!

Blogperlen


Nudisten kochen vegan

Was zum Lesen


Die Schriften der “großen” Führer der Demokratischen Volksrepublik Korea gratis als PDF: http://www.korea-dpr.com/e_library.html

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Warum ich Homosexualität nicht toleriere


Kein Artikel, kaum eine Äußerung zum Thema Diskriminierung Homosexueller, die auf den Begriff Toleranz im Zusammenhang mit dem Umgang mit Schwulen und Lesben verzichten. Warum aber eigentlich die Aufforderung zur Toleranz? Toleranz bedeutet nichts anderes als das Dulden von Handlungen oder Ansichten, die dem eigenem Lebensbild nicht entsprechen, der Begriff hat seinen Ursprung im lateinischen tolerare, erdulden. Ich bezeichne mich als einen – nicht um jeden Preis – toleranten Menschen. Ich toleriere, dass es religiöse Menschen gibt, ich toleriere, dass es Menschen gibt, die die FDP wählen, ich toleriere, dass es Menschen gibt, die sich über Siege des FC Bayern freuen. All dies widerspricht – mehr oder weniger – meinen eigenen Ansichten, all dies sind Ansichten, denen zu irgendeinem Zeitpunkt eine Entscheidung für oder wider zugrunde lag. Homosexualität ist aber kein Entscheidungsprozess, man ist es oder man ist es nicht. Ist man es, dann lässt sich dies mit einem ganz einfachen Wort einordnen, nämlich mit dem Wort normal. Und es ist mir völlig egal, ob Horst sich zu Rainer hingezogen fühlt oder eher zu Carola, es ist mir vollkommen egal, ob Petra mit Beate glücklich ist oder mit Wolfgang oder mal mit Wolfgang und mal mit Beate. Es ist mir egal, es geht mich auch nichts an, es geht niemanden außer Horst, Rainer, Carola, Petra, Beate und Wolfgang etwas an. Es ist und bleibt, egal in welcher Konstellation, normal, es gibt keinen Unterschied darin, wie sich homosexuelle Paare im Vergleich zu heterosexuellen Paaren finden, in beiden Fällen geht es schlicht und ergreifend um Liebe und/oder körperliche Anziehung, es ist und bleibt normal. Und ein Umstand wird nicht weniger normal, weil er nur eine Minderheit betrifft. Es gibt deutlich mehr Homosexuelle als Menschen mit roten Haaren (in Deutschland geht man von einem Prozentsatz Homosexueller aus, der irgendwo zwischen fünf und zehn liegt, Rothaarige machen ungefähr zwei Prozent aus), allerdings kommt man seit Längerem eher nicht mehr auf die Idee, Rothaarige seien nicht normal. Und etwas Normales kann man nicht tolerieren, die Aussage, dass ich Schwule und Lesben toleriere, hat für mich diesselbe Aussagekraft wie „Ich toleriere, dass es Menschen gibt, die lieber Leberwurst als Salami essen.“ Es gibt bei der Tatsache, dass es Menschen gibt, die sich ihren Partner nicht im anderen Geschlecht suchen, nichts zu dulden – für mich hat dieses Wort auch grundsätzlich etwas Herablassendes. Wenn ich sie mag, dann trinke ich mit ihnen Bier, wenn ich sie nicht mag, dann nicht. So wie ich es mit jedem anderen Menschen auch halte.

Die einzige Entscheidung übrigens, die ein Mensch, der homosexuell ist, immer noch treffen muss, ist die Entscheidung darüber, ob er dies öffentlich macht oder im Verborgenen auslebt. Und dass dies in unserer Gesellschaft so ist, ist ein Umstand, den ich auch nicht tolerieren kann. Und dies im vollen Bewusstsein der Bedeutung des Begriffs Toleranz.

Wie Ikea Großburgwedel ein Gutachten interpretiert


Nachtrag 16. Januar. Heute erhielt ich einen Anruf von einer freundlichen Dame vom Kundenservice. Resultat (per E-Mail schriftlich fixiert):

Sehr geehrter Herr Möller,
wie gerade telefonisch besprochen, bestätigen wir Ihnen die Zusage zum Umtausch der Küchenfronten
hiermit schriftlich.
Das IKEA Einrichtungshaus in Burgwedel nimmt die von Ihnen reklamierten Küchenfronten zurück. [Anmerkung: Die ursprünglichen Fronten sind nicht mehr lieferbar]
Der Rückkauf der Küchenfronten erfolgt aus Kulanz ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.
Unter Vorlage der originalen Kaufunterlagen bringen Sie die Küchenfronten ins IKEA Einrichtungshaus Burgwedel zurück.
Der Kaufpreis von 2007 wird Ihnen nach der Rückgabe auf eine IKEA Guthabenkarte erstattet. Diese Guthabenkarte ist drei Jahre gültig und als Zahlungsmittel bei IKEA einzusetzen
Mit freundlichen Grüßen
Ende Nachtrag.

Ikea gilt ja gemeinhin als äußerst kulant, wenn es um Reklamationen geht. Gemeinhin.

Auf Küchen gibt Ikea 20 Jahre Garantie. Soweit die Theorie. Bei unserer im Jahr 2007 gekauften Küche platzt an mehreren Oberflächen die Farbe ab. Grund genug, dies bei Ikea in Großburgwedel zu reklamieren. Die erste Auskunft am Serviceschalter lautete: Ja, es ist ein Reklamationsfall. Allerdings müssen wir Ihnen noch einen Gutachter schicken, der sich die Schäden bei Ihnen zu Hause ansieht.

Ist ja kein Problem, der Gutachter kam, meldete keine Zweifel an, dass es sich um eine berechtigte Reklamation handelt und hinterließ folgendes Gutachterprotokoll:

(Es ist schlecht lesbar, ich habe es nicht besser eingescannt bekommen. Deshalb hier der Wortlaut: “Ein Abplatzen der Kanten an allen Küchenblock Türen. Die Ableimer lösen sich und platzen ab/auf. Nur an den Türen nicht an den Schubladeblenden. Eine Bearbeitung ist nicht vor Ort möglich. Mit Marco von Ikea telf. 11 Türen und Herdunterschiebkasten tauschen.“ Zudem ist auf dem Berichtsbogen angekreuzt: „Zur Behebung Ihrer Beanstandung bestellen wir heute ein Ersatzteil, das Ihnen in den nächsten 4-6 Wochen von unserem Auftraggeber direkt zugesandt wird.“)

Ikea Großburgwedel interpretierte den Berichtsbogen wie folgt:

Besonders bemerkenswert finde ich dabei den letzten Satz, “Wir würden uns freuen Sie trotzdem wieder als zufriedenen IKEA Kunden begrüßen zu dürfen.” Ja ne, is klar.

Mein Lieblings-Küchengadget


Bei den beiden Herren auf dem Bild handelt es sich um Schulze und Schultze, aber um die geht es hier nicht. Es geht um das Ding im Vordergrund – meinen Eierschalensollbruchstellenverursacher. Ein Geschenk zum Einzug, die Schenkenden waren – what a surprise – zwei Ingenieure.  Der Eierschalensollbruchstellenverursacher löst  das Problem, vor dem wohl jeder beim Anblick eines Frühstückseis steht. Man kann mit dem Eierschalensollbruchstellenverursacher nämlich Frühstückseier – also gekocht, roh ginge wohl auch, macht aber eine riesige Sauerei – köpfen. Man setzt den Eierschalensollbruchstellenverursacher auf das Ei, lässt die Kugel fallen, dreht dann den Eierschalensollbruchstellenverursacher  leicht und hebt dann etwas angeschrägt das Ganze samt Eierkopf ab.

Coole Sache. Braucht kein Mensch, bei uns wird er aber trotzdem seit fast fünf Jahren zu jedem Wochenendfrühstück mit großer Freude benutzt.

Warum ich hier den Eierschalensollbruchstellenverursacher vorstelle? Weil der oreillyblog eine Küchengadget-Blogparade veranstaltet.

 

Fünf Lieblingsfilme 2011


1. Über uns das All

2. Der Gott des Gemetzels

3. Wer ist Hanna?

4. Nur für Personal

5. Nichts zu verzollen

 

 

 

Füttert Suchmaschine mit Akkuplotter und ihr kriegt kurzfristige Arbeitsplätze


Wenn man Suchmaschine mit Akkuplotter füttert, dann hat das zwar gar nichts mit kurfristigen Arbeitsplätzen zu tun, auch nicht mit cebit highlights 2011 oder der wm2010 gruppenübersicht. Das macht aber nichts, mit all diesen Top-Keywordkombinationen kann man richtig schon vormachen, wie supi ein Portal suchmaschinenoptimiert ist und wie toll man mit seinen Beiträgen dort rankt. Warum nur muss ich grad an die mittlerweile legendären Farbmischmaschinen denken?

Links des Tages 03.02.2011


Die Faz über die langweiligen Frühjahrsprogramme der Verlage und für die Konsequenzen aus dem Urteil zur Übersetzervergütung;

Literaturcafe über das elende Dasein von Content-Autoren;

nochmal die FAZ über das Versagen von ARD und ZDF bei der Berichterstattung aus Ägypten;

jetzt.de über den Kartellboss Joaquín Guzmán Loera (und an dieser Stelle nochmal der Hinweis auf den grandiosen Roman “Tage der Toten” (Suhrkamp) von Don Winslow, der den mexikanischen Drogenkrieg und dessen Ursachen schildert);

Deutschlandradio Kultur über Dietz Berings “Die Epoche der Intellektuellen. 1898-2001″;

Peer Steinbrück entpuppt sich auf den Seiten des Tagesspiegel als profunder Comic-Kenner und

der Platzwart im Roten Blog über das Duell Hannover96 gegen die Radkappen und die beiden vom Rauswurf bedrohten Trainer.

 

 

 

Links des Tages 01.02.2011


Die NZZ über das Intime in der Literatur;

Wolfgang Herrndorf in der FAZ darüber, dass Literatur kundenfreundlicher ist als Malerei;

Iris Radisch in der Zeit über die Schwierigkeiten, die das “Monster” Celine immer noch bereitet;

Druckfrisch vom letzten Sonntag zum Ansehen (unter “Videos”);

Thomas Hummitzsch auf Glanz & Elend über über Esther Kinskys “Banatsko” und über die Auszeichnungen beim Comicfestival in Angoulême und

Irrlichterkette mit 15 Tipps für Blogger mit normalem Ego.

 

 

 

 

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