Guy Delisle, 1966 in Kanada geboren, arbeitete lange Jahre für Trickfilmstudios in seiner Heimat und in Europa. In China und Nordkorea leitete er im Auftrag europäischer Studios an die Fertigung von Trickfilmen. In den Alben „Shenzen“ und „Pjöngjang“ hat er seine Eindrücke vom dortigen Alltag und die Unterschiede zur westlichen Lebensweise aufgezeichnet. Im vorliegenden Band berichtet Guy Delisle von seinem Aufenthalt in Birma. Anders als in den beiden ersten Ostasien-Bänden war es diesmal nicht Delisle selbst, der vor Ort arbeiten musste. Seine Frau, Medizinerin und tätig für Ärzte ohne Grenzen, wurde von der Hilfsorganisation nach Birma geschickt, Delisle und der kleine Sohn begleiteten sie. „Aufzeichnungen aus Birma“ sind ein staunendes, kritisches und selbstironisches Portrait des Lebens in einer Militärdiktatur, deren Machthaber weitgehend gesichtslos und deshalb die Unterdrückungsmechanismen umso allgegenwärtiger sind. Delisle als liebevoller Vater kämpft mit den Tücken des Alltags und zeichnet sie auf. Steckdosen werden zu wahren Babyfallen, sie haben ein leuchtendes Licht, einen verlockenden Schalter und Öffnungen, gerade groß genug für die Finger eines Kleinkinds. Im Garten stellt er fest, wie schön es doch ist, nicht in einer überfüllten U-Bahn sitzen zu müssen, obwohl: In der U-Bahn läuft man nicht Gefahr, auf eine Schlange zu treten. Sein Alltag spielt sich zwischen Haushalt (mehr…)
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