Der erste Tag ist vorüber, die ersten fünf Autoren haben gelesen.
1. Lorenz Langenegger (auf Vorschlag von Alain Claude Sulzer): Der Mann mit der Uhr
Ein ziemlich dröger Beginn mit der Geschichte eines Mannes, Viktor, der in einer dunklen Hinterhofwohnung lebt, eher Einzelgänger, aber mit Freundin, Angst davor für einen Sonderling gehaltzen zu werden. Einen Job hat er nicht, obwohl er sich darum bemüht. Er sitzt gern auf Bänken auf dem Spielplatz oder dem Friedhof sitzt. Dort trifft er einen Mann, der Zeit totschlägt, bis eine Entscheidung zu seiner beruflichen Karriere gefällt und ihm per Telefon mitgeteilt wird. Um die Aufregung zu unterdrücken, beginnt dieser Mann, Viktor von seinem (unspektakulären) Privatleben zu erzählen. Nach einer Stunde erhält er den Anruf mit dem positiven Bescheid und verschwindet grußlos.
Das alles ist dröge, stilistisch nicht auf der Höhe, mit hölzernen Dialogen. So richtig punkten kann er damit bei der Jury nicht, man könnte das Urteil vielleicht zusammenfassen: So lala.
Schwacher Auftakt.
2. Philipp Weiss (auf Einladung von Karin Fleischanderl): Blätterliebe
Ein Text über das Schreiben von Texten. Oskar, Autor, kommt mit Krämpfen und Übelkeit in die Notaufnahme. Der Arzt ermutet Überempfindlichkeit – typisch Künstler. Seine Freundin Simone, Kindergärtnerin, wacht auf, ohne zu wissen, wo Oskar ist, ist wütend und liebt ihn zugleich. Schlussendlich ist die Ursache von Oskars Beschwerden der am Abend vorher beendete Text, der als Mageninhalt im Beutel landet.
Stilistisches Element des Textes sind ständige Wiederholungen. Der Text kreist dadurch um sich selbst, ist verkünstelt. Das ist grundsätzlich noch kein Anlass zur Kritik. Aber Weiss nervt, (mehr…)
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