Alex Capus: Himmelsstürmer. 12 Portraits
Von Wilhelm Tell ist nicht bekannt, ob es ihn tatsächlich gab. Aber auch sonst haben es viele Schweizer zu Ruhm gebracht, der über die Grenzen der Schweiz reicht. Und dann gab es da noch Samuel Johann Pauli oder Ferdinand Hassler. Diese Namen kennt nicht einmal Wikipedia. Alex Capus erzählt in „Himmelsstürmer. 12 Portraits“ die Lebensgeschichten von 12 mehr oder (zumeist) weniger bekannten Schweizern, die irgendwann einmal mit der Weltgeschichte in Berührung kamen und deren Spuren sich zumeist wieder darin verloren.
Das Interesse an außergewöhnlichen Figuren und Schicksalen, an Träumern und Individualisten zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk von Alex Capus.
Bereits in seinem Romandebüt „Munzinger Pascha“ verwob er kunstvoll die Lebensgeschichte des Forschers Werner Munzinger, der es bis zum Generalgouverneur im Sudan brachte, mit der Lebensgeschichte eines Oltener Lokalredakteurs.
Er schrieb die Geschichten von Unternehmern wie Julius Maggi und Fritz Hoffmann-La Roche („Patriarchen“) und holte einen Max Waibel, der eigenmächtig half, den 2. Weltkrieg um mehrere Wochen zu verkürzen, aus der Vergessenheit („13 wahre Geschichten“).
Die Figuren im nun vorliegenden Band eint, dass sie alle der Enge Schweiz entflohen, um anderenorts ihr Glück zu suchen. Getrieben von Idealen oder verfolgt von ihren eigenen körperlichen Unzulänglichkeiten machten sie Geschichte und Geschichten.
Dabei ermöglicht Capus auch neue Blickwinkel. Wer weiß, ob aus dem kleinen Jean-Paul nicht (mehr…)
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